AOL muss Beteiligungen verkaufen

7. Oktober 2002, 13:27
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Abbau der 30 Milliarden Dollar-Schuld zur Wahrung der Kreditwürdigkeit

AOL Time Warner prüft den Verkauf von Unternehmensbereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, darunter Themen-Kabelkanäle und das Baseballteam Atlanta Braves, um die Unternehmensschulden von 30 Mrd. Dollar zu reduzieren. Das berichtet die britische Financial Times heute, Montag. AOL Time Warner-Chef Dick Parson will unbedingt verhindern, dass die Kreditwürdigkeit des Unternehmens herabgestuft wird.

Kippen

Bislang hat Parson die Rating-Agenturen mit dem geplantem Börsengang der TV-Kabelsparte bei Laune gehalten. Die Anforderungen, an die für das nächste Jahr geplante IPO sind aber weiter gestiegen, das Projekt steht auf der Kippe; daher muss nun an den Randbereichen abgespeckt werden.

Prüfung

Bei den zwei Kabelbeteiligungen "Comedy Central" und "Gerichts TV" wird laut dem Bericht der Verkauf geprüft. Comedy Central ist ein 50:50 Joint Venture mit dem Unterhaltungskonzern Viacom, während der Gerichtskanal gemeinsam mit Liberty Media kontrolliert wird. Die Anteile von AOL haben zusammen einen Wert von ca. einer Milliarde Dollar.

Die Atlanta Braves, Teil des Imperiums von Ted Turner, werden zusammen mit ihrem Stadion von den Bankern ebenfalls auf eine Milliarde Dollar taxiert. Von Turner, einem der stellvertretenden Vorsitzenden bei AOL, wird jedoch Opposition gegen den Verkauf des Teams erwartet, da die derzeitige Situation am Markt den Preis ungünstig beeinflussen könnte.

Objekte

Auf der Verkaufsliste stehen laut dem Bericht weiterhin das Team Atlanta Hawks, und der DC Comics-Verlag, der Traditionstitel wie "Superman" und "Batman" publiziert. Auch ein Ausstieg bei der verlustreichen AOL Latin America werde diskutiert. (pte)

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