Raiffeisen bündelt Immobiliensparte

7. Oktober 2002, 19:10
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Holding-Chef Hameseder plant später auch Immobilienfonds - Airest-Kauf durch Do & Co wäre "richtiger Schritt"

Wien - Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, die vor zwei Jahren durch die Trennung der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien von ihrem umfangreichen Beteiligungsbereich entstand, bündelt nun in der Gruppe die Immobilien. Vorerst nur gemeinsam mit der Raiffeisen Zentralbank (RZB) wird Anfang 2003 die Raiffeisen Immobilien Holding gegründet, in der alle neue Immobilienprojekte der Gruppe gebündelt werden.

Zunächst wird die Raiffeisen-Holding 25 Prozent an der neue Firma halten und die RZB 75 Prozent. Sollte auch die Uniqa-Versicherung mitmachen, werden sowohl die Versicherung als auch die Holding jeweils rund 24 Prozent halten. Das bestätigte Holding-Chef Erwin Hameseder am Montag vor Journalisten. Der STANDARD berichtete darüber bereits exklusiv zu Jahresbeginn. Die Kapitalaufbringung erfolgt zunächst über die Eigentümer, später eventuell über Immobilienfonds.

Die Immobilien AG wird mehrere operative Töchter halten, darunter auch die derzeit zur RZB gehörende Concord Projekt. Deren Chef, Klemens Braunisch, wird ein Immobilien-Holding-Vorstand werden. Mit einem zweiten Vorstand, der von außen kommen soll, werden derzeit Verhandlungen geführt. Hameseder erwartet sich von der Immobilienholding ein Volumen von mehreren Millionen Euro. Bestehende Immobilien werden aufgrund der Probleme bei der Bewertung nicht in die neue Holding aufgenommen.

Beteiligungen

Zu den rund 220 Beteiligungen der Raiffeisen-Holding gehören unter anderem auch der Milchverarbeiter Nöm (siehe unten stehende Geschichte), die Agrana, Leipnik-Lundenburger, die Medienholding Medicur und die Bau Holding Strabag. In Summe bringen die Gesellschaften der Holding jährliche Dividendenerträge von 40 Mio. EURO. Seit kurzem ist Raiffeisen auch mit etwas über 25 Prozent beim Caterer Do & Co eingestiegen. Hameseder würde eine Übernahme des Airlinecaterers Airest (derzeit im Besitz von AUA, Lufthansa und Gate Gourmet) durch Do & Co begrüßen, "wenn sich die Akquisition ordentlich rechnet". Er sehe es als richtigen Schritt, denn sonst bestünde die Gefahr, dass eine ausländische Gruppe bei der Airest einsteigt. Über einen Verkauf wird seit einigen Monaten verhandelt. Dem Vernehmen nach deutet alles darauf hin, dass Do & Co den Zuschlag erhält. Raiffeisen hat vor einigen Monaten die Konditorei Demel und das Café Griensteidl in Wien an Do & Co übertragen und sich im Gegenzug an Do & Co beteiligt.

Die bisher VP-nahen Plakatwerber Heimatwerbung Niederösterreich und Heimatwerbung Oberösterreich kommen in den nächsten Tagen auch formal unters Giebelkreuz. Hameseder will mit der Plakatwerbung den Medienbereich der Gruppe arrondieren. Damit ist die Raiffeisen-Holding über die Medicur nun in allen Kommunikationsschienen (Printmedien, elektronische Medien, Telefonie und nun auch Plakatwerbung) präsent. Wachsen will Raiffeisen in diesem Bereich (in Österreich ist sie derzeit die Nummer zwei), sowohl im Inland als auch in Zentral- und Osteuropa. (cr, DER STANDARD, Printausgabe 8.10.2002)

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    Mit der Raiffeisen-Immo- Holding in den Startlöchern: Erwin Hameseder, Chef der Raiffeisen Holding NÖ-Wien.

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