Strasser weiterhin unter Beschuss

7. Oktober 2002, 13:04
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Einem: "Boden der Humanität" verlassen

Wien - Innenminister Ernst Strasser (V) musste an Montag wegen seiner Asylpolitik erneut heftige Kritik von der Opposition einstecken. Für SPÖ-Europasprecher und Ex-Innenminister Caspar Einem hat Strasser den "Boden der Humanität" verlassen. Die grüne Migrationssprecherin Terezija Stoisits verwies darauf, dass heute mehr als 100 Personen aus der Bundesbetreuung in Traiskirchen entlassen werden. "Strasser muss mit der menschenrechtswidrigen Rausschmeißpolitik endlich aufhören", fordert Stoisits in einer Aussendung.

"Es ist mir gänzlich unverständlich, wie ein Minister, der sich zum christlichen Glauben bekennt, so handeln kann", betonte Einem per Aussendung. Indem Strasser Asylwerber einfach auf die Straße setze, sei er zudem für die dadurch ausgelöste Unsicherheit in der Bevölkerung als auch für mögliche schwere gesundheitliche Schäden der Betroffenen verantwortlich.

"Während Innenminister Strasser Asyl-NGOs mit einer eiskalten Hinhaltetaktik ins Leere laufen lässt, werden heute mehr als 100 Personen in Traiskirchen aus der Bundesbetreuung rausgeworfen", so Stoisits. Um die Unterbringung der Asylwerber müssten sich nun wieder die NGOs kümmern. Strassers Politik sei ein Affront gegen die Flüchtlingshilfeorganisationen. (APA)

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