"Das ist sicher eine Entscheidung, die unumstritten bleiben wird"

8. Oktober 2002, 12:30
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Medizin-Preis für Chef des Instituts für Molekulare Pathologie in Wien keine Überraschung

Stockholm/Wien - "Das ist sicher eine Entscheidung, die unumstritten bleiben wird. - Ähnlich jener des Nobelpreiskomitees des vergangenen Jahres. Dass es für diese Forschungen über C. elegans und den programmierten Zelltod einen Nobelpreis geben würde, war klar. Die Frage war nur, wer sich die Auszeichnung teilen würde." - Das erklärte der Chef des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien, Kim Nasmyth, Montagmittag zur Zuerkennung des diesjährigen Medizin-Nobelpreises an Sydney Brenner, John Sulston und Robert Horvitz.

Nasymth: "Im Endeffekt ist das aber auch eine Auszeichnung für das Institut für molekulare Biologie im Cambridge, wo Brenner und Sulston gearbeitet haben. Ich habe sie dort kennen gelernt."

Der Chef des Instituts in Wien, das in den vergangenen Jahren einen international hervorragenden Ruf erworben hat, charakterisierte den Ablauf der Forschungsgeschichte, welche zu den Nobelpreisen des Jahres 2002 führte, so: "Brenner hat Ende der sechziger Jahre, Anfang der siebziger Jahre C. elegans, also diesen Wurm, als Modellorganismus etabliert. Sulston wiederum arbeitete mit Brenner zusammen und wies den 'Stammbaum' der verschiedenen Zell-Linien anhand von C. elegans nach."

Darauf bauten schließlich die Arbeiten von Robert Horvitz auf. Nasmyth: "Horvitz entwickelte das Konzept des programmierten Zelltodes. Er entdeckte, dass das Gen CED-3 entscheidend für die Auslösung der Apoptose ist. Es handelt sich dabei um ein Protease-Enzym, das Proteine in zwei Teile schneidet. Das bringt schließlich den Zelltod in Gang." (APA)

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