Aufregung um abgelehnte Forschungsprojekte der AT&S

7. Oktober 2002, 12:22
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Offener Brief der Bürgermeister und des Montan-Uni-Rektors an Minister Reichhold

Aufregung herrscht in der Obersteiermark um Forschungsprojekte des Leiterplattenherstellers AT&S, die vom Forschungsförderungsfonds abgelehnt worden sind. Nach einem scharfen Protest des Unternehmens, in dem eine mögliche Absiedelung der Forschung in den Raum gestellt wurde, haben sich am Montag die regionale Politik und der Rektor der Leobener Montan-Uni eingeschaltet: In einem offenen Brief an Minister Mathias Reichhold (F) wird auf eine Revision der abschlägigen Bescheide gedrängt.

Förderungsbegehren

Drei Förderungsansuchen - 805656 "a-PCBs - activ Printed Circuit Boards", 805655 "IPEC-Inkjet Printing of Electronic Components" und 805255 "Trennfolie für Blechbeschichtung" - der Austria Technologie- und Systemtechnik AG in der Höhe von 15 Mill. Euro hat der Forschungsfonds des Bundes abgelehnt. Begründet wurde dies damit, dass die ohnedies um 20 Prozent erhöhten Mittel für 2002 bereits aufgebraucht seien.

Verblüffung

"Mit Verwunderung und Sorge müssen wir nun zur Kenntnis nehmen, dass die Republik Österreich und auch der Forschungsförderungsfond für die gewerbliche Wirtschaft offensichtlich nicht in der Lage sind, die Technologieführerschaft für österreichische Unternehmen sicherzustellen", heißt es in dem Schreiben an Reichhold, das von den Bürgermeistern der AT&S-Standorte Leoben und Fohnsdorf, Matthias Konrad und Johann Straner, sowie von Montan-Uni-Rektor Wolfgang Pöhl unterzeichnet ist. "Wir können und wollen im Interesse der in unseren Gemeinden und Regionen arbeitenden Bevölkerung nicht zur Kenntnis nehmen, dass durch kurzsichtige Budgetsparmaßnahmen das Schicksal tausender arbeitender Menschen besiegelt wird."

Mühsam

Nach Darstellung der Unterzeichner sei es nur durch "langwierige Überzeugungsgespräche" bisher gelungen, eine Abwanderung dieses hochtechnologieorientierten Unternehmens aus der Region Obersteiermark und auch aus Österreich zu verhindern. Die Montanuniversität setze deshalb auch einen Schwerpunkt in ihrer Kernkompetenz Werksstoffwissenschaften und Technologie. Auch die Gemeinden hätten ihr kommunales Handeln mit der Bereitstellung von Infrastruktur und mit der Beteiligung an Forschungseinrichtungen auf diese Zielsetzung hin ausgerichtet. (APA)

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AT&S

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