Verbotener Kuss

7. Oktober 2002, 12:46
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Iranische SchauspielerInnen müssen nach Preisverleihung mit Verfolgung rechnen

Teheran - Ein offizieller Kulturbeauftragter wurde im Iran verhaftet, weil er eine iranische Schauspielerin und ihren jüngeren Kollegen nicht bestrafte, nachdem sich die beiden bei einer offiziellen Preisverleihung des "Haqiqat Film Festival" in Yazd auf die Wange geküsst hatten. Die beiden hatten mit ihrem Verhalten ein islamisches Gesetz gebrochen, wonach es unverheirateten Männern und Frauen nicht erlaubt ist, sich in der Öffentlichkeit zu berühren.

Der Kulturbeauftragte Mohammad Ali Pakdel wurde vergangenen Dienstag verhaftet, und ist inzwischen durch Kaution auf freiem Fuß. Pakdel wird beschuldigt, den Auftrag zur Verhaftung der beiden SchauspielerInnen nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben. Der Beschuldigte wies die Anklage zurück. Er erfuhr von dem gesetzlichen Beschluss angeblich erst, nachdem das Paar die Stadt Yazd bereits verlassen hatte.

Iranische Filmemacher und andere KünstlerInnen warnten davor, dass die Verurteilung Pakdels dem wachsenden Ansehen des Irans schaden könnte.

Nach Angaben des iranischen Filmemachers Abolfazl Jalili haben die 50-jährige Schauspielerin und der junge Zamani ein Mutter-Sohn ähnliches Verhältnis. Zamani war ein ehemaliger Student ihres im gleichen Jahr verstorbenen Mannes Jamshid Esmaeilkhani, einem bekannten Schauspieler im Iran.

Im Moment ist nicht klar, ob der Arrestbefehl für die beiden SchauspielerInnen noch aufrecht ist. Die Betroffenen konnten nicht erreicht werden. (red)

Das "Haqiqat Film Festival" widmet sich vor allem Filmen mit religiösen Inhalten. Es fand vom 25. bis 27. September in Yazd, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, statt.

Link

www.yazd.com

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