Haupt hofft auf Vernetzung von "Frauengesundheit"

7. Oktober 2002, 11:46
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Für ÖGB-Frauenvorsitzende Csörgits lediglich "schöne Worte"

Wien - Sozialminister Herbert Haupt (F) will die Ressourcen für Frauengesundheit verstärkt vernetzen und optimieren. "Ziel muss sein, flächendeckend in ganz Österreich die bestmögliche medizinische Versorgung sicherzustellen und neue Wege in der Frauengesundheit einzuschlagen", so der Ressortchef am Montag anlässlich der Enquete "Frauengesundheit für Österreich. Modelle - Strategien - Neue Wege" in Wien.

Die ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits bezeichnete die Vorschläge Haupts als "schöne Worte". "Bei der Neuregelung der Nachtarbeit, die die Regierung vor der Sommerpause beschlossen hat, wurde die Gesundheit der Nachtarbeitenden hinter die Wünsche der Wirtschaft hintangestellt", so Csörgits. Insbesondere ein verpflichtendes Zeitguthaben, das der ÖGB zum Ausgleich für die besonderen Belastungen bei Nachtarbeit forderte, sei von Wirtschaft und Regierung als zu teuer abgelehnt worden.

Bessere Schutzmaßnahmen für alle Nachtarbeiter

Die Aufhebung des generellen Frauennachtarbeitsverbots, die mit der geschlechtsneutralen Neuregelung der Nachtarbeit im Juli 2002 einherging, hätte dazu genützt werden sollen, für alle Nachtarbeitenden ausreichende Schutzmaßnahmen zu schaffen. "Nachtarbeit ist mit einer wesentlich höheren Belastung verbunden als Arbeit am Tag. Ausgleichsmaßnahmen wie der Freizeitausgleich werden deshalb von allen ArbeitsmedizinerInnen empfohlen", erklärt Csörgits. Die Belastung durch Nachtarbeit sei bei Frauen besonders schlimm, weil diese untertags meist noch den Haushalt führten und die Kinder betreuten: "Zur Nachtarbeit kommt bei den Frauen die Doppel- und Dreifachbelastung durch die Betreuungsarbeit zuhause dazu", so Csörgits.

Bessere Schutzmaßnahmen bei Nachtarbeit stellen eine Hauptforderung der ÖGB-Frauen an die nächste Regierung dar, kündigt die ÖGB-Frauenvorsitzende abschließend an. (APA/red)

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