SP, VP und FP verloren in Obmann-Heimatgemeinden

7. Oktober 2002, 10:08
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In Sinowatz-Heimatgemeinde legte die SPÖ 24 Prozentpunkte zu

Wien/Eisenstadt - Wenig Zugkraft zeigten die Landeschefs von SPÖ, ÖVP, FPÖ und den Grünen bei den burgenländischen Kommunalwahlen in ihren Heimatgemeinden. SPÖ-Chef und LH Hans Niessl war in Frauenkirchen, ÖVP-Chef LHStv. Franz Steindl in Purbach Bürgermeister, beide wechselten nach der Landtagswahl vom Dezember 2000 in die Landespolitik - und in beiden Gemeinden verlor die jeweilige Partei deutlich. Auch FPÖ-Landeschef Stefan Salzl war über zwei Perioden Bürgermeister in Halbturn, jetzt muss er sich der Stichwahl am 20. Oktober stellen.

Ganz gegen den landesweiten Trend büßte die SPÖ bei der Gemeinderatswahl in Frauenkirchen 8,16 Prozentpunkte auf 61,71 Prozent ein - und damit auch zwei Gemeinderatssitze. Dies zu Gunsten der ÖVP, der einzigen neben der SPÖ antretenden Partei. Der nach dem Wechsel Niessls im März 2001 mit 73,01 Prozent neu gewählte Bürgermeister Josef Ziniel musste sich jetzt - zu Gunsten des ÖVP-Kandidaten Franz Wegleitner - mit 64,33 Prozent zufrieden geben.

Landesweiter Trend auch in Purbach

Ebenfalls gegen den landesweiten Trend verlor die ÖVP in Purbach 7,23 Prozentpunkte auf 53,20 Prozent bzw. einen Gemeinderatssitz. Auch hier profitierte die SPÖ - die zudem auch der FPÖ 1,93 Prozentpunkte abnahm. Dass, anders als 1997, heuer kein FPÖ-Bürgermeister-Kandidat mehr antrat, bescherte dem ÖVP-Bürgermeister Richard Hermann trotzdem einen geringfügigen Zuwachs von 0,7 Prozentpunkten auf 52,44 Prozent.

Immerhin gebremst zeigte sich der landesweite Einbruch der FPÖ in Salzls Heimatgemeinde: Büsste die FPÖ Burgenland-weit fast die Hälfte an Zustimmung ein, waren es in Halbturn immerhin nur ein Viertel. Die Freiheitlichen verloren dort bei der Gemeinderatswahl 11,04 Prozentpunkte auf 32,45 Prozent und drei der zehn Gemeinderäte. SPÖ und ÖVP profitierten fast zu gleichen Teilen davon. In der Bürgermeister-Direktwahl verlor Salzl mehr als ein Drittel an Zustimmung: 1997 verlief seine Wiederwahl mit 66,46 Prozent glatt, diesmal muss er mit 41,69 Prozent in die Stichwahl. Und dies mit einem nicht allzu großen Abstand zum zweitgereihten ÖVP-Kandidaten Peter Nachtnebel (38,51 Prozent).

Plus 24 Prozent für die SPÖ in Neufeld an der Leitha

Einen leichten Gewinn bei den Gemeinderatswahlen (plus 0,82 Prozentpunkte auf 14,21 Prozent), aber eine deutliche Einbusse als Bürgermeister-Kandidatin (minus 4,31 Prozentpunkte auf 8,79 Prozent) fuhr die Grüne Klubchefin Grete Krojer in Wulkaprodersdorf ein. Sie trat dort nicht unter "Grüne", sondern mit der "Unabhängigen Dorfliste Wulkaprodersdorf" an.

In Neufeld an der Leitha, der Heimatgemeinde von Alt-Bundeskanzler und Alt-Parteichef Fred Sinowatz, konnte die SPÖ einen ungewöhnlich hohen Zugewinn einfahren: Sie steigerte sich um 23,54 Prozentpunkte auf 74,05 Prozent. Dies vor allem zu Lasten der FPÖ und ein wenig auch der ÖVP. (APA)

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    Altkanzler Fred Sinowatz.

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