Mann und Frau verheiratet mit Kindern

7. Oktober 2002, 10:57
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Österreichische Bischofskonferenz definiert die "Familie" - Schweizer Bischöfe verurteilen homosexuelle Handlungen

Wien/Bern - Die Österreichische Bischofskonferenz hat ein Dokument zur Familienpastoral beschlossen. Demnach ist die Ehe Grundlage der Familie. Das Dokument versteht sich als verpflichtende Grundlage für alle katholischen Einrichtungen, so die Katholische WebZeitung kath.neth am Samstag. Stellungnahmen in der Öffentlichkeit müssten diese Haltung zum Ausdruck bringen. Kritik üben die Bischöfe dabei am Staat: "Wenn vom Staat in rechtlicher, steuerlicher, finanzieller Hinsicht Ungleiches gleich behandelt wird, so ist dies, mit oft schwerwiegenden Folgen, ungerecht. Dies muss Anlass sein, um einzeln und gemeinsam gegen solche Entwicklungen die Stimme zu erheben."

Konkret heißt es in dem Dokument: "Im Leitbild aller katholischen Einrichtungen, Tätigkeiten, Initiativen der Familienpastoral muss die Ehe als Grundlage der Familie verankert sein." Ein Mann und eine Frau, die miteinander verheiratet seien, "bilden mit ihren Kindern eine Familie". Dauerhaftigkeit der Beziehung sowie die Offenheit für die Weitergabe des Lebens seien für den Schutz der Würde von Mann und Frau, insbesondere der Frau, und für die Entfaltung ihrer Liebe wesentliche Voraussetzungen. Kinder bräuchten Vater und Mutter, "und diese sind nicht austauschbar". Diese Zusammenhänge würden der Schöpfungsordnung entsprechen.

"Gewissensbildung"

Aufgabe der Kirche sei es, "das Gewissen der Gläubigen zu bilden und sie zu befähigen, in den gesellschaftspolitischen Fragen, die Ehe und Familie betreffen, im Sinne der von Gott gegebenen Schöpfungs- und Heilsordnung Stellung zu nehmen". Die Kirche sei dabei von ihrer Sendung her für alle da, auch für jene, die noch nicht den Weg zum Glauben gefunden oder sich von ihm entfernt hätten, bzw. die nicht dem Glauben entsprechend leben würden oder auf ihrem Weg gescheitert seien.

Weiters halten die Bischöfe fest: "Bei allen pastoralen Bemühungen sind Zweideutigkeiten zu vermeiden." Wichtige Fragen seien heute: "Wie können Paare, die zusammenleben, ohne verheiratet zu sein, zu einer festen Entscheidung füreinander und zum Sakrament der Ehe motiviert werden? Wie kann wiederverheirateten Geschiedenen und ihren Kindern wirksam geholfen werden?" Bei solchen Bemühungen müssten sowohl Verständnis für die Situation des Einzelnen als auch Klarheit der Verkündigung das Ziel sein. "Unklarheiten sind nicht hilfreich, doppeldeutige Zeichen - wie z.B. Segnungen von Paaren, die zusammenleben, ohne verheiratet zu sein, oder von Geschiedenen, die eine neue Beziehung eingehen - müssen vermieden werden", so die Bischöfe.

Schweizer Bischöfe verurteilen homosexuelle Handlungen

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) lehnt indessen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ab. Sie verurteilt nicht homosexuelle Menschen, aber homosexuelle Handlungen. Menschen mit entsprechenden Neigungen rät sie zu Enthaltsamkeit. Die menschliche Sexualität sei auf die Weitergabe des Lebens angelegt, erklärten die Bischöfe am Donnerstag vor den Medien in Bern. Eine gleichgeschlechtliche Beziehung sei deshalb stets defizitär.

Die SBK lehne die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ab, aber nicht die Segnung homosexueller Menschen, betonte die Bischöfe. Es sei ein Zeichen des Respekts gegenüber Homosexuellen, wenn die Kirche sie darauf aufmerksam mache, dass sie "auf dem falschen Weg" seien, sagte Martin Werlen, Abt des Klosters Einsiedeln. Der Devise "gut ist, was Spaß macht" stelle sich die Kirche entgegen. Für die Diskriminierung Homosexueller in ihrem Namen entschuldige sie sich aber.

Auch die Haltung der Bischöfe zu Homosexualität in der Kirche basiert auf dem Enthaltsamkeitsgebot: Eine homosexuelle Neigung schließe nicht vom Kirchendienst aus, sofern sie in geschlechtlicher Enthaltsamkeit gelebt werde. Der ausdrückliche Entschluss, sexuell nicht enthaltsam zu leben, mache hingegen für den kirchlichen Dienst ungeeignet. (APA/sda)

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    Mitglieder der österreichischen Bischofskonferenz nach dem gemeinsamen Gebet ... sie definierten nun erneut die Grundlage der "Familie".
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