Interesse an Gleichbehandlung der Geschlechter

7. Oktober 2002, 07:43
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Deutsche Grüne ziehen Wahlkampfbilanz und freuen sich über "höchste Frauenquote aller Parteien"

Berlin - Die Ausrichtung des Wahlkampfes auf politische Inhalte und ein "realistisches Selbstbewusstsein" der Grünen waren nach Auffassung der Parteivorsitzenden Claudia Roth die wichtigsten Gründe für den Wahlerfolg. Roth räumte auf einer Tagung des Bundesfrauenrates am Sonntag in Berlin allerdings auch ein, dass es bei den Grünen vor der Wahl viele Zweifel gegeben habe, mehr als acht Prozent zu erreichen und sich als dritte Kraft vor der FDP zu positionieren. Die Grünen bekamen 8,6 Prozent der Stimmen.

Bei den ZweiflerInnen habe die Frage im Vordergrund gestanden, ob angesichts des bewusst medial geführten Wahlkampfes der Liberalen, die schließlich auf 7,4 Prozent kamen, das eigene Wahlkampfkonzept modern genug sei. Als erfolgreich habe sich jedoch erwiesen, dass sich die Grünen in ihren Zielen erstmals geschlossen präsentiert und als einzige Partei vor der Wahl eine Debatte über ein Grundsatzprogramm geführt hätten. Im Wahlkampf habe sich gezeigt, dass das Bedürfnis der WählerInnen nach einer Aussprache über Themen wie Altersversorgung, Gleichbehandlung der Geschlechter oder Vereinbarkeit von Kinderwunsch und Beruf oder Karriere außerordentlich hoch gewesen sei. Die Nachfrage nach Wahlkampfzeitungen und schriftlichem Material habe nicht immer befriedigt werden können.

Im Gegensatz zum Wahlkampfziel der FDP konnten sich die Grünen nach den Worten Roths als eine Partei für alle Generationen profilieren. Die neue Bundestagsfraktion der Grünen habe mit 58 Prozent die höchste Frauenquote aller Parteien. Damit seien Frauen der Grünen auch in allen Politikfeldern vertreten, in denen zuvor eher Männer dominiert hätten. (APA/AP)

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