Robotik wird Sicherheit im OP erhöhen

6. Oktober 2002, 19:38
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"Wir wollen keine Maschinen, die den Menschen autark operieren", sagen jedoch auch Befürworter der neuen Medizintechnik

Leipzig - Mit dem Einsatz von Computern und Robotern im Operationssaal werden nach Expertenmeinung viele Operationen sicherer. "Die menschliche Hand ist nicht annähernd so genau und ermüdet schneller", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Computer- und Robotergestützte Chirurgie (CURAC), Friedrich Bootz. Über die Perspektiven der noch jungen Disziplin berieten Ärzte, Informatiker und Techniker aus dem deutschsprachigen Raum bei der CURAC-Jahrestagung am Wochenende in Leipzig.

"Wir wollen keine Maschinen, die den Menschen autark operieren", sagte Bootz. Bei komplizierten Eingriffen, wie dem Hör- und Gleichgewichtsorgan, sollen die so genannten stillen Assistenten die Chirurgen unterstützen. Ohne die Roboter-Hilfe seien die Operationen schwierig, weil es oft um Bruchteile von Millimetern ginge. "Ein Fehlgriff, und der Patient ist taub", sagte Bootz, der auch Direktor der Universitätsklinik Leipzig für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde ist.

"Die computer- und robotergestützte Chirurgie hat große Perspektiven." Sie ermögliche auch die Simulation von Operationen und damit das Training für die Mediziner. Außerdem erlaube es die Technik, an virtuell dargestellten Tumoren einzelne Operationsschritte zu probieren, bevor sie am Patienten praktiziert werden. Die Software sei inzwischen so ausgereift, dass der Operateur sogar die Vibration des Bohrers spüre.

Die Erwartungen sind in Fachkreisen hoch gesteckt, von einem flächendeckenden Gebrauch der Roboter ist die Chirurgie laut Bootz aber noch weit entfernt. Doch auch Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) sei bei der Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen verspottet worden. "Und heute ist diese Technik unverzichtbar." (APA/dpa)

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