Am Oktoberfest wurde wieder feste gestemmt

6. Oktober 2002, 17:46
posten

Mehr Gäste wollten in München noch mehr Bier - "Das Hendl flog heuer besonders hoch" - Und einer schlief dann auf den U-Bahn-Geleisen...

München - Nach dem schwachen Andrang im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA haben in diesem Jahr wieder deutlich mehr Besucher das Münchener Oktoberfest besucht. Mit mehr als 5,9 Millionen Gästen habe die Zahl der Besucher des größten Volksfestes der Welt um sieben Prozent über der des Vorjahres gelegen, zog die Münchener Fremdenverkehrs-Chefin Gabriele Weishäupl am Sonntag in München Bilanz. Beim Bier sei trotz der schlechten Wirtschaftslage nicht auf das Geld geschaut worden: Der Absatz stieg um 18 Prozent auf 5,7 Millionen Maß.

Schutzengel

Einen guten Schutzengel hatte am Wochenende ein stark alkoholisierter Oktoberfestbesucher in München bei seinem Schlaf auf den U-Bahn-Gleisen. Der 19 Jahre alte Niedersachse war nach Polizeiangaben in der Nacht auf Sonntag bei der Endstation der Linie U 5 in Neuperlach-Süd auf die Gleise gestürzt und sofort eingeschlafen. Der Fahrer der kurz danach ankommenden U-Bahn konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und überfuhr den Mann. Weil der Schlafende aber günstig lag, zog er sich nur leichte Verletzungen zu.

Italo-Welle

Besonders beliebt gewesen sei die "Wiesn" bei italienischen Gästen, sagte Weishäupl. Sie seien nicht nur wie üblich am zweiten, dem so genannten Italiener-Wochenende, gekommen, sondern stellten über die gesamte Dauer den größten ausländischen Besucheranteil.

Auch hätten im Vergleich zu 2001 wieder mehr Besucher aus Übersee den Weg auf Festwiese gefunden. Doch sei vor allem die Zahl der Gäste aus den USA und Japan noch unter dem Ende der neunziger Jahre erreichten Niveau geblieben.

"Trachtig, trachtig"

Trotz des Besucher-Anstiegs sei es für die Polizei mit ihren rund 400 Einsatzkräften eine ganz normale Wiesn gewesen. Der verstärkte Einsatz von Überwachungskameras habe sich bewährt. Die Rettungshelfer des Roten Kreuzes seien insgesamt zu über 2.700 Einsätzen ausgerückt und hätten 860 Personen zur weiteren Versorgung abtransportiert.

Deutlich höher fiel auch die Anzahl der Trachtenträger aus. "Es gibt eine Renaissance der Tracht", stellte Weishäupl in ihrer Bilanz fest. "Das ist schön, denn unsere Wiesn muss nicht ausflippen. Sie wird wieder bodenständiger." Das gelte auch für die kulinarischen Schmankerl: "Das Hendl flog heuer besonders hoch". (APA/dpa/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Besuch aus dem Sportressort: Bayern München-Star Giovane Elber

Share if you care.