Rotes Kreuz trifft Vorbereitungen für den Fall eines Irak-Krieges

6. Oktober 2002, 16:09
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Präsident Kellenberger: Hilfe ausschließlich im humanitären Bereich - Keine politischen Aktionen geplant

Bern - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) trifft Vorbereitungen für einen möglichen Irak-Krieg. Die humanitäre Organisation prüft laut ihrem Präsidenten Jakob Kellenberger unter anderem, welche zusätzlichen Mittel nötig wären. Das IKRK sei "mitten in der Planung für den Fall, dass ein Angriff stattfindet", sagte Kellenberger in einem Interview mit der Schweizer "SonntagsZeitung". Sie seien seit Jahren mit mehreren Delegationen schon stark vertreten im Irak. Zu den wichtigsten Aufgaben zählte die Heimführung von Kriegsgefangenen aus dem Krieg Iran-Irak.

Nun müsse sich das IKRK mit den möglichen humanitären Folgen eines neuen Irak-Kriegs auseinandersetzen. Dazu gehören laut Kellenberger Überlegungen, welche zusätzlichen Mittel für die Wahrnehmung der Schutz- und Hilfsaufgaben der Organisation benötigt würden. Auch das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) begann mit Planungen für den Kriegsfall, wie Hochkommissar Ruud Lubbers am Freitag in Genf erklärte.

Die Rolle des IKRK sieht Kellenberger, der sich derzeit auf einer Nahost-Reise befindet, ausschließlich im humanitären, nicht im politischen Bereich. Er ist aufgrund seiner früheren Erfahrungen als Schweizer Spitzendiplomat ohnehin skeptisch, was die Einflussmöglichkeiten von Politik und Diplomatie angeht.

Diese könnten die Vermeidung von Konflikten nur "sehr beschränkt" beeinflussen. Kriege würden oder könnten leider oft nicht verhindert werden, sagte er weiter. Das IKRK konzentriere sich darauf, die Folgen des Krieges für die Menschen zu lindern und sich um die Einhaltung des humanitären Völkerrechts einzusetzen. (APA/sda)

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