Böhmdorfer wäre "keine Sekunde unglücklich" über Verlust des Ministeramtes

7. Oktober 2002, 10:17
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Justizminister würde bei Ausscheiden aus Regierung wieder als Anwalt und im Parlament tätig sein

Wien - Dieter Böhmdorfer, Justizminister und Spitzenkandidat der FPÖ Niederösterreich für die Nationalratswahl am 24. November, beteuert, er wäre "keine Sekunde lang unglücklich", würde er nach geschlagener Wahl den höchsten Posten im Justizressort verlieren. "Ich hänge absolut nicht am Ministeramt", so Böhmdorfer. Er würde vielmehr sein Mandat im Nationalrat annehmen und wieder als Anwalt tätig sein, so der Jurist im "Kurier". Mitglied der FPÖ will er auch als Landes-Spitzenkandidat nicht werden.

"Ich glaube, dass ich im Justizbereich viel in die Fraktion einzubringen habe", so der Minister. Zudem habe FPÖ-Justizsprecher Harald Ofner erklärt, nicht mehr kandidieren zu wollen.

Zur Tätigkeit als Anwalt sagte er, er habe zwar kein "Rückkehrrecht" in seine ehemalige Kanzlei. Allerdings hoffe er darauf, seinen früheren Arbeitsplatz wieder einnehmen zu können - auch wenn er seine Firmenanteile mittlerweile verkauft hat.

Böhmdorfer hält sich zugute, dass er auch als blauer Spitzenkandidat ohne Parteibuch auskomme. "Eine Mitgliedschaft hat niemand von mir verlangt. Wir haben da eine starke Vertrauensbasis."

An Prognosen über das Wahlergebnis der FPÖ wagt sich der Minister nicht heran. Die Turbulenzen der vergangenen Wochen haben allerdings Spuren hinterlassen: "Die Regierungsbeteiligung ist durch einen Riesenfehler aufgegeben worden, für den man sich nur entschuldigen kann." Über die Frage nach den Schuldigen am blauen Desaster will der Minister "sicher nicht diskutieren". (APA)

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