Wirbel um versprochene Freigetränke in Jennersdorf

6. Oktober 2002, 15:29
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Grüne orten versuchten Stimmenkauf - ÖVP-Ortschef sieht keine Wahlbeeinflussung

Eisenstadt - Versprochene Freigetränke sorgen zum Auftakt der am Sonntag im Burgenland stattfindenden Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen in Jennersdorf für Aufregung. Die Grünen werfen der ÖVP versuchten Stimmenkauf vor: In einer Aussendung werde "für jede Vorzugsstimme, die der Obmann der Jungen ÖVP erhält, ein Freigetränk versprochen". Das deute auf den Tatbestand der Bestechung hin, erklärte Landessprecherin Grete Krojer. Der Jennersdorfer Bürgermeister LAbg. Willi Thomas (V) sagte auf APA-Anfrage, er kenne die Aussendung und sehe darin keine Wahlbeeinflussung.

Die Grünen werfen dem Ortschef vor, die ihrer Meinung nach "skandalöse Beeinflussung" von Wählern zu unterstützen, so Krojer: "Besondere Brisanz erhält die Angelegenheit deshalb, weil es das erste Mal ist, dass im Burgenland 16-Jährige wählen dürfen und versucht wird, sie zu kaufen. Wir werden die Staatsanwaltschaft einschalten, um zu überprüfen, ob der Tatbestand der Bestechung durch die ÖVP Jennersdorf vorliegt", erklärte die Landessprecherin.

Bürgermeister Thomas erklärte dazu, die von den Grünen kritisierte Passage in der Aussendung beziehe sich auf eine Party der Jungen Volkspartei (JVP) kommende Woche, zu der der JVP-Obmann eingeladen habe. Dazu habe er angekündigt, jene Anzahl an Vorzugsstimmen, die er bei der Wahl erhalte, in Freigetränke umzusetzen, "ganz anonym, ohne irgendeinen Namen, oder irgendeine bestimmte Person einzuladen oder anzusprechen". Das könne keine Beeinflussung sein, meinte der Ortschef. Die Grünen wollten mit der Angelegenheit "aus einer Laus einen Elefanten machen". Bei der Aktion habe es sich einfach um einen "Wahlgag" gehandelt, so wie andere Parteien Feuerzeuge oder Kugelschreiber verteilen würden. (APA)

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