Wirtschaftskompetenz macht ÖVP stark

6. Oktober 2002, 14:38
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Reformkraft spricht in STANDARD-Umfrage für Kanzlerpartei, Abfangjägerkauf gegen sie - Mit Grafik

Linz - Die Wirtschaftskompetenz und der Reformwille sind die beiden stärksten Motivationen, mit denen die ÖVP potentielle Wähler ansprechen kann. Das geht aus der jüngsten market-Umfrage für den STANDARD hervor. Demnach verfängt das Wirtschafts-Argument auch bei Anhängern der Grünen - Anhänger der SPÖ und die wenigen deklarierten FPÖ-Anhänger sind da überwiegend skeptisch.

Das stärkste Argument gegen die ÖVP ist, dass sie Abfangjäger kaufen würde: 59 Prozent der Befragten nannten diesen Punkt - nur unter erklärten ÖVP-Wählern gibt es eine relative Mehrheit, die den Abfangjägerkauf gar nicht störend empfindet.

DER STANDARD ließ in der Vorwoche nicht nur die in der Grafik links dokumentierten positiven Motivationen für die Wahl der ÖVP abfragen, sondern fragte (wie zu den anderen Parlamentsparteien) auch: "Es gibt ja verschiedene Motive eine Partei nicht zu wählen. Ich nenne Ihnen nun einige Gründe, die dagegen sprechen könnten, die ÖVP mit Wolfgang Schüssel zu wählen - bitte sagen Sie mir, ob das jeweilige Argument aus Ihrer Sicht dagegen spricht, die ÖVP zu wählen oder nicht?"

Nach den Abfangjägern wurde vor allem genannt:

  • "Die ÖVP hat Steuern und Gebühren erhöht" - das sagen 56 Prozent, besonders stark verfängt dieses Argument bei jungen Befragten, aber auch bei deklarierten SP-Wählern.
  • Ein ähnliches Antwortmuster ergibt das Argument "Die ÖVP unternimmt zu wenig gegen Arbeitslosigkeit", dem von 51 Prozent zugestimmt wird.
  • 47 Prozent (darunter auch etwa jeder dritte deklarierte ÖVP-Wähler) sagen, dass es gegen die ÖVP sprechen könnte, dass sie möglicherweise wieder mit der FPÖ koaliert. Besonders stark bewegt diese Frage Grün-Wähler.

Immerhin jeder dritte Befragte sagt: "Die ÖVP ist zu wirtschaftsfreundlich". Dieses Argument wurde quasi als Gegenpol zu "Die ÖVP versteht viel von Wirtschaft" aus der Positivliste in den Fragebogen eingebaut. Es wird vor allem von erklärten Sozialdemokraten, deutlich weniger von Grünen und fast gar nicht von unentschiedenen Wahlberechtigten aufgegriffen.

"Stark für die ÖVP spricht nicht nur, dass sie als Partei der Mitte und als Europapartei gesehen wird, sondern dass rund 60 Prozent nicht nur Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, sondern auch die Kandidaten für Parlament und Ministerämter für geeignet empfinden," sagt market-Studienleiter David Pfarrhofer. Deutlich weniger Befragte trauen der ÖVP auch geeignete Zukunftslösungen zu. (Conrad Seidl/ DER STANDARD, Printausgabe, 7.10.2002)

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    grafik: standard

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