VP-Khol gegen die "sechs Gräueln"

7. Oktober 2002, 10:57
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"Nach der Wahl werden wir nach unseren Maßstäben unsere Partner suchen" - Koalition mit FPÖ sei "absolut notwendig" gewesen

Wien - Eine klare Koalitionsaussage von ÖVP-Klubchef Andreas Khol gab es am Sonntag in der Fernseh-"Pressestunde" nicht: "Jetzt gehen wir wählen. Nach der Wahl werden wir nach unseren Maßstäben unsere Partner suchen."

Dass die ÖVP als einzige Partei niemanden ausgrenze, gelte auch für die Grünen, gegen die Khol dennoch deutliche Vorbehalte anmeldete. Vor allem gegenüber ihren "extremistischen Forderungen" machte Khol freilich dennoch deutlich inhaltliche Vorbehalte geltend, zudem scheine sich diese Zusammenarbeit rechnerisch nicht auszugehen. Die Grünen wollten Haschisch in den Trafiken verkaufen und würden darin auch von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer unterstützt. Außerdem wollten sie die Witwenpensionen abschaffen und eine Autobahnmaut einführen, die Pendler mit durchschnittlich 1.200 Euro im Jahr belaste. An anderer Stelle sprach der Klubchef von den "sechs Gräueln".

Bei der SPÖ kritisierte er vor allem die "maßlose Arroganz", die sich etwa in den Containern der Wahlkampfzentrale ausdrücke. Die ÖVP hingegen brauche keinen Quadratmeter mehr Raum für ihren Wahlkampf als sonst. Auch der Name "Österreich" werde in Inseraten verunglimpft.

Weniger scharf Khols Kommentar zur FPÖ: Wenn der bisherige Regierungspartner seinen inneren Klärungsprozess abgeschlossen habe, könne die Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Überhaupt sei es "absolut notwendig" gewesen, die Wende zu wagen. Am Ende der "Pressestunde" nach einem Spruch gefragt, meinte der Klubchef: "Die Wüste lebt. Die Wende lebt." Klar sei aber auch, dass man gerne noch ein Jahr regiert hätte. Mit dem Scheitern der bisherigen Regierung an den "Rebellen von Knittelfeld" habe jedenfalls niemand gerechnet.

Inhaltlich nannte Khol vier Ziele seiner Partei: Es gehe um eine stabile Wirtschaft und die Sicherung des Wirtschaftsstandorts. Europa müsse wieder vereint werden, die Pensionen müssten gesichert und Gesundheitsvorsorge betrieben werden. Ziel der ÖVP sei, dass Wolfgang Schüssel Bundeskanzler bleibe: "Er kennt den Kurs. Er kennt das Schiff. Er hat die Mannschaft." (APA)

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