Ein Recht auf "uncut & natural"

8. Oktober 2002, 15:25
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Kunst gegen Gewalt: Waris Dirie präsentiert im RadioKulturhaus somalische Lyrik und ihre Stiftung "Desert Dawn" - heute

Waris Dirie kämpft seit Jahren gegen die Beschneidung von Mädchen. Mit ihrem Buch "Die Wüstenblume" brach sie 1998 ein Tabu: Erstmals wurde die genitale Verstümmelung, die noch immer weltweit an Tausenden Mädchen vollzogen wird und Frauen täglich leiden lässt, thematisiert und angeklagt. Sie selbst wurde im Alter von fünf Jahren - der Tradition verpflichtet – Opfer dieses Ritus.

Widerstand

Als sie acht Jahre später mit einem Greis verheiratet werden sollte, flüchtete sie in die Wüste. In einer wahren Odyssee kam Dirie über Umwege nach Mogadischu und schließlich nach London, wo sie mit 18 von einem Modefotografen entdeckt und bald zum gefeierten Model wurde. Vom Modeln hat sich Dirie längst befreit ("Frauen werden im Westen ausschließlich nach ihrem sexuellen Wert gehandelt. Im Westen kannst du nichts ohne Sex verkaufen. Du kannst keine Seife oder Suppe bewerben, ohne Titten zu zeigen." – Dirie im Interview mit dem Standard/ 20.10.2001)

Nun kämpft sie für die Loslösung von männlichen Kategorien, die Frauen ständig zu erfüllen versuchen. Denn Frauen werden überall auf der Welt mit Gewalt und Einengung konfrontiert, die Beschneidung ist nur ein Aspekt davon.

Für die Wiener "schule der dichtung" wird Waris Dirie zehn Wochen lang eine Klasse der virtuellen Akademie leiten. Im RadioKulturhaus wird die Autorin und Aktivistin für die Aktion KUNST GEGEN GEWALT somalische Lyrik präsentieren und ihre Stiftung "Desert Dawn" vorstellen. (pd)

Waris Dirie wird am Di. (8.10.) im RadioKulturhaus über die Tradition der "Beschneidung" an Mädchen sprechen und ihre Stiftung "Desert Dawn" vorstellen.
Zuvor präsentiert sie somalische Lyrik
19.30 Uhr RadioKulturhaus, Großer Sendesaal

Links
www.desertdawn.org

www.kunstgegengewalt.at

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