Israel: Chef des militärischen Geheimdiensts widerspricht Regierung

5. Oktober 2002, 22:50
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Palästinensische Autonomiebehörde übe doch Druck auf militante Gruppen aus, auf Gewalt zu verzichten

Jerusalem - Der Chef des militärischen Geheimdienstes in Israel, Generalmajor Aharon Zeevi-Farkash, hat der Ansicht von Regierungsmitgliedern widersprochen, wonach die palästinensische Autonomiebehörde nichts gegen Anschläge in israelischen Städten unternehme. In einem Interview mit dem israelischen Fernsehen sagte Farkasch am Samstag, die Fatah-Bewegung von Präsident Yasser Arafat und die mit ihr verbündete Tansim-Miliz führten außerhalb des Westjordanlandes und des Gazastreifens keine Anschläge durch.

Darüber hinaus übten sie Druck auf militante Gruppen aus, ihrem Beispiel zu folgen. "Ranghohe Mitglieder der Palästinensischen Autonomiebehörde beginnen, das Thema bei Hamas und Islamischem Dschihad anzusprechen, damit diese ihre Aktionen einstellen", sagte Farkach.

In einem Interview mit der in London erscheinenden Tageszeitung "Al-Hayat" erklärte Arafat, die Palästinenser müssten sich an das von ihrer Regierung verhängte Verbot von Schießereien und Bombenanschlägen in Israel halten. "Wir als Führung entscheiden", erklärte Arafat. "Weder meine militärische Ehre noch unsere islamische Religion lassen die Tötung einer Frau auf der Straße oder in einem Cafe zu, eines Zivilisten oder eines Kindes, oder in einer Universität." (APA/AP)

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