Irak wirbt um Sympathie

5. Oktober 2002, 22:04
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Diplomatische Offensive in Richtung Bahrain und Russland

Irak wirbt um Unterstützung in Golfstaaten und Russland Außenminister Sabri in Bahrain - Vizepräsident Ramadan trifft Moskaus Botschafter

Dubai/Manama/Amman - Mit einer diplomatischen Offensive versucht der Irak eine neue scharfe UNO-Resolution und einen drohenden Militärschlag der USA zu verhindern. Der irakische Außenminister Naji Sabri übergab am Samstag bei einem Besuch in Bahrain einen Brief von Präsident Saddam Hussein an den König des Golfemirats, Scheich Hamad bin Isa el Khalifa. Nach Angaben der offiziellen bahrainischen Nachrichtenagentur forderte Scheich Hamad den Irak auf, alle UNO-Resolutionen zu erfüllen. Er lobte zugleich die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Bagdad und der UNO über eine Rückkehr der Waffeninspektoren in den Irak.

Sabri warnte davor, dass ein US-Angriff auf sein Land die Stabilität des gesamten Nahen Ostens gefährden würde. Die Region stehe einer "gefährlichen Bedrohung" gegenüber, sagte der Außenminister nach Angaben des britischen Senders BBC in der Hauptstadt Manama.

Sabri hält sich seit Freitag in Bahrain auf, das ein wichtiger Verbündeter der USA und Heimat der Fünften US-Flotte ist. Der irakische Außenminister wolle noch im Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Katar um Solidarität mit Bagdad gegenüber Washington werben.

Treffen mit dem russischen Botschafter

Unterdessen traf sich der irakische Vizepräsident Taha Yassin Ramadan zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden mit dem russischen Botschafter in Bagdad, Alexander Testorensko. Dabei wollte Ramadan die russische Regierung drängen, eine neue schärfere UNO-Resolution der USA im Weltsicherheitsrat mit einem Veto zu Fall zu bringen, wie arabische Diplomaten in der jordanischen Hauptstadt Amman sagten. Ramadan und der Botschafter hätten am Samstag "die fortgeschrittenen Beziehungen zwischen den beiden befreundeten Ländern erörtert", meldete die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA.

Der russische Außenminister Igor Iwanow hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner am Mittwoch in Moskau gesagt, dass sich sein Land über einen neuen Resolutionsentwurf "Gedanken machen könnte", wenn dieser für die erfolgreiche Arbeit der Waffeninspektoren entscheidend sei. Diese Äußerung Iwanows war im Irak und den übrigen arabischen Ländern mit Aufmerksamkeit registriert worden.(APA/dpa)

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    Plakat in der Bagdader Innenstadt

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