Rechtsstreit um Magazin "Rosie" eskaliert

5. Oktober 2002, 20:06
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Ex-Talkmasterin Rosie O'Donnell wegen "Imageänderung" auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt

Washington - Der Rechtsstreit um das amerikanische Magazin "Rosie", das von der ehemaligen TV-Talkmasterin Rosie O'Donnell und dem Verlagshaus Gruner + Jahr USA herausgegeben wird, eskaliert. Nach dem öffentlichen Rückzug der "Frontfrau" des Magazins im September hat der Verlag die Schauspielerin auf 100 Mill. Dollar Schadenersatz geklagt. Rosie habe ihr Image in den vergangenen Monaten dramatisch verändert und sei nicht mehr die nette "Nachmittagsplauderfrau", moniert der Verlag. O'Donnell sieht bei sich hingegen keine Imageänderung und hat jetzt eine Gegenklage angekündigt.

Hintergrund ist offenbar ein Streit um die redaktionelle Führung des vor 18 Monaten gegründeten Magazins. Das gemeinsame Projekt der Schauspielerin und des Verlags Gruner + Jahr, einer Tochter des deutschen Medienriesen Bertelsmann, war bisher recht erfolgreich. Im ersten Halbjahr 2002 lag die Auflage durchschnittlich bei 3,5 Millionen verkauften Exemplaren, Angaben über Gewinn oder Verlust wurden nicht gemacht. Nun soll "Rosie" mit Jahresende eingestellt werden.

Ausrichtung

O'Donnell (40), die seit einem halben Jahr ihre Homosexualität offen lebt, wollte auch gesellschaftlich umstrittene Themen in die Berichterstattung aufnehmen. Der Verlag habe etwa Artikel über die Schwangerschaft von Rosies Partnerin, die im Dezember ein Baby erwartet, als "nicht mehrheitsfähig" empfunden, hieß es. Auch über der Schauspielerin am Herzen liegende Themen wie das Eintreten für schärfere Waffengesetze und die Bürgerrechte soll es teils heftigen Streit gegeben haben. Die Schauspielerin gestand gegenüber dem "People"-Magazin ein, sie habe Vorstandsmitglieder angeschrien "aber niemals meine Mitarbeiter", betonte sie.

Für die nach ihr benannte Talk-Show im Nachmittagsfernsehen wurde Rosie in sechs Jahren sechs Mal mit dem "Emmy" ausgezeichnet. Im Mai dieses Jahres beendete sie die Show, weil sie sich mehr um ihre Familie kümmern wollte. Sie lebt mit ihrer Partnerin Kelli Carpenter und drei adoptierten Kindern in New York. (APA)

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