Dünkirchen: Mord an 17-Jährigem aus Fremdenhass

6. Oktober 2002, 21:29
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Täter legt Geständnis ab

Dünkirchen - Jener 45-jährige Nordfranzose, der am Sonntag wegen Mordverdachtes an einem 17-Jährigen in der Nähe von Dünkirchen festgenommen worden war, hat ein Geständnis abgelegt. Der Mann hatte mit einem Gewehr einen jungen Franzosen marokkanischer Herkunft getötet und weitere drei Menschen verletzt. Nach einer Großfahndung nahm die Polizei am Sonntag den 45-Jährigen fest, bei dem zwei Jagdgewehre gefunden wurden. Nach Angaben aus Justizkreisen legte der Mann ein umfassendes Geständnis ab. Als Begründung für seine Tat gab er unter anderem an, eine Bekannte sei von einem Nordafrikaner belästigt worden.

Der Täter hatte am Freitagabend unter Alkoholeinfluss zunächst vor einem Cafe aus seinem Geländewagen heraus auf eine Gruppe geschossen und den Besitzer sowie zwei Nordafrikaner leicht verletzt. Dann fuhr er zu einem zweiten bei Einwanderern beliebten Cafe am Stadtrand und verletzte den jungen Mann so schwer, dass dieser auf dem Weg ins Krankenhaus starb. "Ich werde euch alle umbringen", soll der 45-Jährige nach Zeugenaussagen gerufen haben.

"Hier wurde aus rassistischen Gründen, aus Intoleranz getötet, und ich glaube wirklich, dass Frankreich das nicht hinnehmen kann", sagte Premierminister Jean-Pierre Raffarin zu der Tat. Innenminister Nicolas Sarkozy legte bei einem Besuch in der Pariser Moschee eine Schweigeminute für den getöteten Jugendlichen ein. In Dünkirchen gedachten knapp 1.000 Menschen mit einem Schweigemarsch des Toten.

Pariser Polizei fasst mutmaßlichen Mörder junger Frau

Die Pariser Polizei hat am Sonntagnachmittag den mutmaßlichen Mörder eines jungen Mädchens gefasst, das am lebendigen Leibe verbrannt war. Der junge Mann, über dessen Identität zunächst nichts bekannt gegeben wurde, habe sich selber bei der Tat Verbrennungen zugezogen und sei deshalb in einem Pariser Krankenhaus behandelt worden, teilte die Polizei mit. Dort sei er am Sonntag ausfindig gemacht worden. Der Verdächtige befinde sich weiter im Krankenhaus, wo er von Sicherheitsbeamten bewacht werde.

Das junge Mädchen nordafrikanischer Herkunft war am Freitagabend im Pariser Vorort Vitry-Sur-Seine seinen schweren Brandverletzungen erlegen. Es war mit Alkohol übergossen und mit einem Feuerzeug angezündet worden. (APA/dpa)

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