Schüssel: Haider "war nicht der große Drahtzieher"

5. Oktober 2002, 12:28
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Der Kanzler sieht im FPÖ-Alt-Parteiobmann nicht die Ursache für die aktuelle Krise der Partei

Wien - ÖVP-Chef und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sieht Kärntens Landeshauptmann und Ex-FPÖ-Chef Jörg Haider nicht als Drahtzieher hinter der internen Krise der FPÖ, die vor einigen Wochen die ÖVP-FPÖ-Koalition zu Fall brachte und damit für Neuwahlen am 24. November sorgte. Konkret sagt Schüssel in einem Interview mit dem deutschen Magazin "Spiegel": "Ich glaube nicht, dass er der große Drahtzieher war."

Und Schüssel weiter: "Mein Vorwurf ist allerdings, dass er dem Widerstand innerhalb seiner Partei gegen die Regierungspolitik nicht entgegengetreten ist, sondern ihn zugelassen hat und versucht hat, auf dieser Welle mitzusurfen. Das war ein schwerer Fehler. Niemand weiß das besser als er selbst."

Zur SPÖ merkt Schüssel in dem Interview an: diese sei "deutlich nach links gerückt", am Ruder seien nun "zwei ehemalige Jungsozialisten". SPÖ-Spitzenkandidat Alfred Gusenbauer müsse aber erst beweisen, "dass ihm mehr einfällt als eine Negativ-Kampagne gegen mich, und die Idee, einen amerikanischen Wahlkampfberater einzufliegen samt einem Warroom in Form von 48 Containern vor dem Burgtheater".

Er wolle jedenfalls keinen Lagerwahlkampf, betont Schüssel. Österreich empfinde sich nicht als zerrissenes Land. "Wir sind so, anders als andere europäische Länder, dass wir auf unsere Gemütlichkeit, auch auf Gesprächsfähigkeit Wert legen", so der ÖVP-Chef. (APA)

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