Nepals König entlässt Kabinett und übernimmt Amtsgeschäfte

6. Oktober 2002, 16:22
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Gyanendra über Premier Deuba erzürnt - Maoisten rufen zu Volksaufstand auf

Kathmandu - Der nepalesische König Gyanendra hat am Freitag das Kabinett gefeuert und die Amtsgeschäfte übernommen. In einer Rede an die Nation sagte der König, er habe Ministerpräsident Sher Bahadur Deuba entlassen, da dieser nicht imstande gewesen sei, Neuwahlen rechtzeitig vorzubereiten. Deuba hatte das Parlament im Mai aufgelöst und Neuwahlen für November anberaumt.

Am Wochenende war Deuba von einem All-Parteien-Treffen beauftragt worden, sich um eine Verschiebung der Wahlen oder um die Wiedereinsetzung des Parlaments zu bemühen. Gyanendra betonte, dass er an der Demokratie festhalten wolle. Demnächst soll ein neuer Ministerpräsident eingesetzt werden.

Maoisten rufen zu Volksaufstand auf

Nach der Machtübernahme durch König Gyanendra haben die militanten Maoisten zu einem Volksaufstand aufgerufen. "Das nepalesische Volk hat keine Alternative außer einer gemeinsamen Aktion gegen den reaktionären Schritt des Königs", hieß es in einer Erklärung, die den nepalesischen Zeitungen per Fax zuging und am Sonntag veröffentlicht wurde. (APA/dpa)

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    König Gyanendra

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