Hertha-Firnberg- Stellen für weiblichen Forschungsnachwuchs

4. Oktober 2002, 20:04
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Zwar waren im vergangenen Studienjahr die weiblichen Studierenden auch an den wissenschaftlichen Unis in der Mehrheit. Doch bei den weiteren Karrieren ist ihr Prozentsatz immer noch gering. Dies zu beheben, ist ein Anliegen der Herta-Firnberg-Stellen, die seit 1998 jährlich von der internationalen Jury des Wissenschaftsfonds vergeben werden.

Die diesjährigen, von Bundesministerin Elisabeth Gehrer am vergangenen Donnerstag verliehen, ermöglichen acht Frauen, auf Postdoc-Level zu arbeiten. Dazu werden je ein Lehrauftrag pro Semester remuneriert und 8.000 Euro zur freien Verfügung gestellt - das wäre nicht viel für ein Synchrotron, ist aber durchaus nützlich für die Hilfsmittel, die gebraucht werden: etwa Reiztafeln, um die Wahrnehmungsschemata von Tieren zu untersuchen, oder Allergene für die Untersuchung von Überempfindlichkeiten.

Sechs der Frauen arbeiten denn auch im naturwissenschaftlichen, vor allem im biomedizinischen Bereich. Eine ausgebildete Geografin wird sich mit den Systemzuständen in Wildbacheinzugsgebieten befassen, eine Paläontologin mit den Transportwegen von einzelligen Meeresbewohnern in Kalkgehäusen (Großforaminiferen) im Indopazifik. Eine Philosophin andererseits wird sich den gedanklichen Wegen zwischen Wittgenstein und Kierkegaard widmen.

Die Nachwuchswissenschafterinnen sind zumeist in den Dreißigern, haben zum Teil bereits Auslandserfahrung bzw. sind aus dem Ausland zugezogen. Wer ihnen nächstes Jahr nachfolgen will, kann sich bis 6. Dezember beim FWF bewerben. (mf/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6. 10. 2002)

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