Auferstehung einer Liegenden

4. Oktober 2002, 20:41
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Ergebnisse: 40. Wiener Kunst Auktionen - erstmals mit Sparte Design

Interessantester Part bei den vierteiligen 40. Wiener Kunst Auktionen in der Vorwoche war zweifellos das Design, dessen Sparten-Neueinführung im Großen und Ganzen passabel reussierte, auch dank moderat angesetzter Preise für Klassiker. So erreichte Joe Colombos origineller Tube Chair 5000 Euro (Meistbot) oder Marcel Breuers elegante wie funktionelle, um 1936 ausgeführte Chaise longue 5500 Euro. Geboten wurde hauptsächlich über Auftrag und Telefon, wobei sich zwei Bieter telefonisch in absurde Preishöhen im wahrsten Sinne hinaufsteigerten. Für Massenware, sechs von Roland Rainers Stapelstühlen (siehe Foto), flossen 18.500 statt der erwarteten 800 Euro in die Kasse. Erfreulich die 7000 Euro für Margarethe Schütte-Lihotzkys singulärem Klapptisch von 1951/52.

Einen Spitzenpreis, den höchsten des Jahres bei den "Kunst Auktionen" und Rekord bei Kunst nach '45, erzielte Fritz Wotrubas Große Liegende Figur von 1953 (170.000 EURO). Die Verkaufsquote von 46 Prozent bei der Zeitgenössischen Kunst gab allerdings nicht viel Grund zum Jubeln.

Beim Jugendstil war eine Hoffmann-Silberschale erfolgreich (Wiener Werkstätte 1905, 20.000 EURO), Otto Prutscher zugeschriebene originelle Stehlampe kam auf 35.000 Euro, bei einem Schätzwert von 14.000 Euro. Dagobert Peches silberne Kaffeekanne, ebenfalls Wiener Werkstätte, schaffte es nicht auf die mindestens erwarteten 9000 Euro.

380.000 Euro Meistbotsumme spielten die Objekte aus der Konkursmasse der Baufirma Anton Kallinger ein, darunter eine um hohe 44.000 Euro nach Liechtenstein versteigerte Darstellung von Adam und Eva. (dok/DER STANDARD; Printausgabe, 05.10.2002)

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