Schuld ist die Mafia

16. Oktober 2002, 18:38
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Im Kampf der Wiener Plakatierunternehmer, genauer der Gewista gegen die Kleinen und des Pools der "Wilden" gegen die freien Einzelkleber, gibt es ein erstes Opfer, den Betreiber von "Plakat und Werbung", Michael Klap, der einstweilen weiter affichieren darf (3 S 301/ 02p, HG Wien). Auf seiner Homepage www.plakat.at/mafia/ (Passwort "Mafia") beschuldigt er "eine Organisation, die sich selbst nett als Plakatpool oder auch als Plakatmafia bezeichnet" schuld daran zu sein, dass nicht nur das geduldige Papier, sondern auch die Auftraggeber geleimt werden. Und sein Unternehmen, das in dieses Kartell nicht aufgenommen wurde. Allerdings dürfte er selbst schon 1996 glücklos die erste "Arge Plakat" gegen Marktführerin Brigitte Bergelt gegründet haben. Von seinen Mitbewerbern kann Klap wenig Hilfe erwarten, hat er diese doch in den letzten Jahren mit Anzeigen eingedeckt. Hinter dem Verdrängungswettbewerb steht das Faktum, dass die freie Kunstszene auf preisgünstige Plakatierer angewiesen ist, da die Großen nicht genügend Flächen anbieten. Das ist der Stadtverwaltung durchaus bewusst: Nicht selten beauftragen gemeindeeigene Veranstalter selbst diese "Freien". Daher werden diese Firmen per Gewerbeordnung und Fiskus legalisiert, sobald sie tätig sind kriminalisiert.

Am 14. November wird der Erste-Allgemeine-Verunsicherung-Musik-Clown Eik oder Alk, bürgerlich Gerhard Breit, ohne den der 4xang nur ein 3xang wäre, am Konkursgericht auftreten. Die Massegläubiger werden fast 90 Prozent erhalten, alle anderen nichts (40 S 430/01k, LG für ZRS Graz).

Von Harry Kain, E-Mail: pech.pleiten @chello.at
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