Museum im Trentino wird eröffnet

4. Oktober 2002, 16:31
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Zeugnisse der blutigen Schlachten im Ersten Weltkrieg

Rom - Komplette Uniformen der Kaiserschützen, Waffen des österreichischen Heeres, Kappenabzeichen, die die Devisen der Soldaten schmückten: In Borgo Valsugana, einer Ortschaft im Trentino, in der zwischen 1915 und 1918 Tausende von italienischen und österreichischen Soldaten ums Leben gekommen sind, wird am kommenden Sonntag ein Museum über die dramatischen Ereignisse des ersten Weltkriegs eingeweiht. Im Museum werden Zeugnisse der blutigen Schlachten ausgestellt, die in diesen Bergen stattgefunden haben und zu den grausamsten der Geschichte des 20. Jahrhunderts zählen.

Erbittertes Ringen um den Besitz von Gipfeln und Stellungen an den Bergen in glühender Sommerhitze und bei eisiger Winterkälte, bei Steinschlag- und Lawinengefahr: Die Bilder, die im Museum ausgestellt, bezeugen, wie die Soldaten an der Dolomiten-Front in Steinhöhlen hausten, kämpften und starben. Der Dolomiten-Abschnitt der Gebirgsfront zog sich von den Weinbergen des Etschtales entlang verkarsteter Gipfelmassive wie der Zugna Torta über fast alle wichtigen Berge der Dolomiten in den Bereich des Kreuzsattels, wo die Front der Karnischen Alpen begann.

"Erinnerung wachhalten"

"Heute ist die ganze Region ein beliebtes Bergsteiger- und Wanderparadies, die genannten Gipfel sind jedem Alpinisten ein Begriff. Wir wollen aber auch die Erinnerung an jene dramatischen Ereignisse wach halten, die die Geschichte Europas so tief greifende geprägt haben", betonten die Organisatoren des Museums, das sich an ein weites museales Netz im Raum Trentino knüpft.

Die Militäroperationen werden über die vier Kriegsjahre hinweg im Detail dokumentiert. Die Kuratoren geben dem Besucher auch einen Einblick in die technologische Entwicklung des Waffensystems. An der Dolomiten-Front wurden erstmals massiv Handgranaten verwendet. Auch Gewehre des österreichischen Heeres sowie seltene kaiserliche Dekorationen sind im Museum zu sehen. (APA)

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