Wifo: Abschwung hausgemacht

4. Oktober 2002, 15:57
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Marterbauer: 2001 wegen Budgetsparkurs an vorletzter EU-Stelle - Auch heuer hohe Binnennachfrage-Ausfälle

Wien - Dass Österreich im Vorjahr mit lediglich 0,7 Prozent realem BIP-Wachstum nicht nur unter der Hälfte des EU-Schnitts (1,5 Prozent) zu liegen kam, sondern - vor Deutschland (0,6 Prozent) - sogar an die vorletzte Stelle aller EU-Staaten zurück gefallen ist, ist aus Sicht des Wifo-Konjunkturexperten Markus Marterbauer ausschließlich dem restriktiven Budgetsparkurs zuzuschreiben.

Die nun von der Statistik Austria vorgelegten BIP-Daten zeigten, dass es vor allem wegen der restriktiven Budgetpolitik zu erheblichen Ausfällen in der Binnennachfrage gekommen sei, sagte Marterbauer am Freitag zur APA: "Und das setzt sich auch 2002 fort."

Exportwachstum

Auch das starke Exportwachstum von real 7,4 Prozent mache deutlich, dass der Konjunkturabschwung in Österreich im Jahr 2001 "hausgemacht" war und nicht durch die konjunkturelle Entwicklung im Ausland bedingt gewesen sei.

Die Schwäche der Binnenkonjunktur habe sich vor allem an den schlecht laufenden Investitionen gezeigt, wobei es die stärksten Einbrüche am Bau sowie bei Maschinen und Fahrzeugen gegeben habe.

Bei Ausrüstungsinvestitionen gespart

Wegen des unsicheren Umfelds hätten die Unternehmen stark bei den Ausrüstungsinvestitionen gespart, und hier sei auch 2002 keine Erholung zu sehen. Daher habe man zuletzt 5,0 Prozent Rückgang für heuer prognostiziert.

In Summe sei die heimische Konjunktur 2001 primär durch die Exporte getragen worden, gefolgt vom privaten Konsum. Der Privatkonsum sei zwar um 1,5 Prozent real gewachsen, doch liege diese Rate deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 2 1/4 Prozent. Grund dafür sei, dass die Ausgaben der privaten Haushalte durch Steuererhöhungen gedämpft worden seien.

(APA)

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