220 Schimpfwörter zuviel ...

4. Oktober 2002, 15:36
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Ken Loachs Film "Sweet Sixteen" - in Cannes Drehbuchpreis, in Großbritannien Jugendverbot

London - Der britische Erfolgsregisseur Ken Loach hat Minderjährige aufgefordert, sich trotz Jugendverbots seinen neuen Film "Sweet Sixteen" anzusehen. Die Altersbegrenzung war wegen des Gebrauchs von Schimpfwörtern auferlegt worden. Das Jugendverbot sei nicht gerechtfertigt, zitierte die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" Loach. Ein Sprecher der Filmbewertungsstelle begründete das Verbot für Jugendliche unter 18 Jahren damit, dass in "Sweet Sixteen" mehr als 220 Schimpfwörter gezählt worden seien.

Jugendverbot wegen Schimpfwörtern

Der Film erzählt die Geschichte eines britischen Jugendlichen aus schwierigen familiären Verhältnissen. Der Film war beim Festival in Cannes für das beste Drehbuch ausgezeichnet worden. Auch der Autor des Drehbuchs von "Sweet Sixteen", Paul Laverty, äußerte dem Bericht zufolge Unverständnis über die Entscheidung. Es sei in Ordnung, Kriegsfilme wie "Black Hawk Down" mit zerfetzten Körperteilen und rassistischen Äußerungen für Jugendliche unter 15 Jahren zu verbieten, sagte Laverty. Aber das Jugendverbot wegen Schimpfwörtern für seinen Film könne er nicht nachvollziehen.

Der Sprecher der Filmbewertungsstelle sagte, Untersuchungen hätten zwar ergeben, dass viele Menschen Schimpfworte als Teil des Alltags akzeptierten. Trotzdem würden sie den Gebrauch bestimmter Fluchwörter in Filmen ablehnen. (apa/red)

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    Filmszene aus "Sweet Sixteen"

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