Man mag sich wieder

5. Oktober 2002, 17:17
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George W. Bush hat den 6. Oktober überraschend zum "deutsch-amerikanischen Tag" erklärt

Manchester/Berlin - US-Präsident George W. Bush hat den 6. Oktober überraschend zum "deutsch-amerikanischen Tag" erklärt. Damit solle der historischen Beziehungen beider Länder gedacht werden, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. "An diesem Tag erkennen wir das wichtige und dauerhafte Verhältnis zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten an. Unsere Freundschaft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg geschmiedet und sie gründet sich auf gegenseitige Unterstützung und Respekt.

Deutschland hat die Vereinigten Staaten nach den Anschlägen vom 11. September sehr unterstützt", heißt es in der bereits am Freitag unterzeichneten Erklärung Bushs. In den vergangenen Wochen hatten erhebliche Spannungen das deutsch-amerikanische Verhältnis belastet, da die rot-grüne Regierung in Berlin die US-Politik gegenüber dem Irak nicht mittragen wollte. In den vergangenen Tagen zeichnete sich aber eine Normalisierung ab.

"1683 haben 13 Einwandererfamilien Deutschland verlassen ..."

"1683 haben 13 Einwandererfamilien Deutschland verlassen, um religiöser Verfolgung zu entgehen, und haben eine erste deutsche Kolonie in Nordamerika gegründet, in Germantown in Pennsylvania", erinnerte Bush. Seit diesem Datum seien sieben Millionen Deutsche nach Amerika gekommen. Dank ihrer Arbeit, ihres Erfindungsgeistes und ihres Mutes hätten sie großen Einfluss auf die Nation gehabt "und haben unser Land gefestigt", heißt es in dem Text des Präsidenten weiter.

Unterdessen plant Deutschlands Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) im Anschluss an die Konstituierung der neuen rot-grünen Regierung eine Reise nach Washington. "Die Planungen dafür laufen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Nach den vorübergehenden Irritationen werden wir bald wieder zu einem normalen freundschaftlichen Arbeitsverhältnis zurückkehren." Die Vereidigung der Minister ist für Ende Oktober geplant.

"Deutschland ist einer der besten Freunde, die wir je hatten"

Auch Ex-US-Präsident Bill Clinton widersprach Befürchtungen, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA dauerhaft belastet sein könnten. "Deutschland ist einer der besten Freunde, die wir je hatten, und wird das auch immer sein", sagte Clinton am Freitagabend in München. "Es ist unmöglich, eine langfristige Freundschaft zu führen ohne gelegentliche Meinungsverschiedenheit."

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international appellierte unterdessen an die rot-grüne Bundesregierung, an einer politischen Lösung des Irak-Konflikts festzuhalten. Bei einem Angriff auf den Irak drohe eine Flüchtlingskatastrophe, warnte die Generalsekretärin von amnesty international Deutschland, Barbara Lochbihler, in einem dpa-Gespräch. "Es ist damit zu rechnen, dass die Türkei und Iran ihre Grenzen schließen." Schon die Androhung eines Militärschlags treibe viele Menschen in die Flucht.(APA)

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    Positive Signale in den verstimmten deutsch-amerikanischen Beziehungen: Wird bald wieder gemeinsam gelacht?

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