Nordirland: Anklage nach Polizeiaktion gegen Sinn Fein

6. Oktober 2002, 15:32
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Regionalregierung schwankt nach den Verhaftungen - Demonstrationen gegen "politisches Theater"

Belfast/London - Die nordirische Polizei hat in Zusammenhang mit der Durchsuchung der Büros der IRA-nahen Partei Sinn Fein Anklage gegen eine der vier festgenommenen Personen erhoben. Dem 52 Jahre alten Mann wird nach Angaben vom Sonntag vorgeworfen, im Besitz von Informationen gewesen zu sein, die "hilfreich" für Terroristen gewesen seien. Über die Identität des Mannes wurde nichts mitgeteilt. Bei der umfangreichen Polizeiaktion vom Freitag im Parlamentsgebäude Stormont waren drei Männer und eine Frau festgenommen worden, darunter auch der Sinn-Fein-Verwaltungschef Denis Donaldson.

Die an der Provinzregierung beteiligte katholische Partei Sinn Fein von Gerry Adams hatte am Samstag vor Polizeistationen in Nordirland gegen die Durchsuchung ihrer Büros und Privatwohnungen demonstriert. Es handele sich dabei um "politisches Theater", erklärte Sinn-Fein-Ministerin Bairbre de Brun. Führende Vertreter der protestantischen Ulster Unionist Party (UUP) von David Trimble forderten jedoch erneut den Ausschluss von Sinn Fein aus der Regionalregierung. (APA/dpa)

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