ÖVP zweifelt an Grünem "Softi-Image"

4. Oktober 2002, 17:27
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Rauch-Kallat: Van der Bellen soll zu "offensichtlich radikalen Tendenzen" Stellung nehmen

Wien - ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat zweifelt am "sorgsam gepflegtem Softi-Image" der Grünen und führt "offensichtlich radikale Tendenzen" an. Sie fordert vom Grünen Bundessprecher Alexander Van der Bellen eine "eindeutige Klarstellung, ob die von der außenpolitischen Sprecherin der Grünen Ulrike Lunacek getroffenen Aussagen zur Aufkündigung des Handelsabkommens der EU mit Israel der grünen Parteilinie entsprechen". Außerdem will Rauch-Kallat in einer Aussendung wissen, ob Van der Bellen um die Irakreise des Leiters der Grünen Bildungswerkstätte wisse und was der Grünen-Chef zum "regelmäßigen Auftreten" der Grünen Gemeinderätin Susanne Jerusalem bei "radikalen Palästinenserdemonstrationen" sage.

Lunacek hatte laut "Format" bei einer Veranstaltung im August gemeint, die EU sollte auf Grund der Politik der israelischen Regierung Sharon "ihr Handelsabkommen mit Israel aufkündigen, wenn die Ursprungsbezeichnungen der Waren aus Israel nicht klarstellen, dass die Waren nicht aus Siedlungen in der Westbank oder im Gazastreifen stammen". Sie wolle damit keinesfalls Antisemitismus oder derartige Stimmungen schüren, aber ein Boykott von Waren aus den besetzten Gebieten würde auch innerhalb der EU diskutiert, so Lunacek.

Rauch-Kallat nahm dies zum Anlass, von einem "schmeichelweichen Alexander Van der Bellen" zu sprechen, hinter dem "das Gesicht der Grünen ganz anders aussieht". Die ÖVP-Generalsekretärin meint, "die Fassade bröckelt und ein klares Wort wäre dringend erforderlich". (APA)

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