Wochenzeitungen der Kärntner Slowenen werden fusioniert

4. Oktober 2002, 13:01
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Als neuer Herausgeber fungiert die Gesellschaft SloMedia - EL-Obmann Wakounig kritisiert Vorgangsweise

Die beiden Wochenzeitungen der slowenischen Volksgruppe in Kärnten, "Nas tednik" und "Slovenski vestnik", werden fusioniert. Als neuer Herausgeber fungiert die Gesellschaft SloMedia, die im Mai d.J. gegründet wurde. Die neue Wochenzeitung soll erstmals am 1. Jänner 2003 erscheinen.

"Vollkommen intransparent und vorbei an wichtigen Volksgruppenorganisationen"

Die Einheitsliste als politische Vertretung des Rates der Kärntner Slowenen begrüßt grundsätzlich derartige Bestrebungen, doch die nun vorgeschlagene Form einer gemeinsamen slowenischen Wochenzeitung ist für Obmann Andrej Wakounig unakzeptabel. Er kritisierte in einer Aussendung, dass die Vorbereitungen für eine gemeinsame Zeitung "vollkommen intransparent und vorbei an wichtigen Volksgruppenorganisationen und sogar vorbei an den zentralen Gremien des Rates und offensichtlich auch des Zentralverbandes" geführt worden sei.

Laut Firmenbuchauszug und Gesellschaftsvertrag seien nicht der Rat und der Zentralverband Eigentümer der SloMedia, sondern vier Privatpersonen. Es sind dies der Obmann des Rates, Bernard Sadovnik, der Vorsitzende des Zentralverbandes, Marjan Sturm, sowie die beiden Geschäftsführer Franc Wedenig (Rat) und Valentin Sima (ZV).

"Privates Medium von vier Personen"
"Damit wäre die neue Wochenzeitung das private Medium von vier Personen", kritisiert Wakounig. Schließlich sei eine Fusionierung der Wochenzeitungen zwei Monate vor den Gemeinderatswahlen zudem äußerst heikel, weil sie in eine sehr sensible Zeit fällt und ein unnötiges Experiment während des Wahlkampfes darstellt.

Wakounig weist außerdem darauf hin, dass das höchste Gremium des Rates der Kärntner Slowenen, der Volksgruppentag (Generalversammlung), lediglich vor über eineinhalb Jahren einen Grundsatzbeschluss zu einer gemeinsamen Wochenzeitung gefasst habe. Seitens des Volksgruppentages gibt es bis dato dazu keinen ausführenden Beschluss und die nun vorgeschlagene Fusionierung in einer Wochenzeitung hinter der vier private Personen stehen, muss jedenfalls noch die Zustimmung des Volksgruppentages bekommen. (APA)

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