Inntal am 25. Oktober zwölf Stunden blockiert

4. Oktober 2002, 20:05
3 Postings

Proteste auch auf Ausweichrouten geplant - Fahrbahnsperre als Protest gegen Fall der Transitobergrenze

Innsbruck - Das Transitforum wird am Donnerstag, 25. Oktober die Inntalautobahn (A 12) bei Vomp in beiden Richtungen zwölf Stunden blockieren. Symbolische Beginnzeit ist mittags um "fünf nach zwölf".

Obmann Fritz Gurgiser hat eine Versammlungsanzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Schwaz hinterlegt. Nachdem eine Klage beim Europäischen Gerichtshof gegen die Blockade der Brennerautobahn 1998 kürzlich abgewiesen worden ist, dürfte an der Nichtuntersagung der Veranstaltung kein Zweifel bestehen. Lokale Gruppen werden gleichzeitig auf den Ausweichrouten im Ausserfern (Fernpass), in Osttirol (Lienz) und auf der Tauernautobahn Proteste organisieren. Details dazu würden in den kommenden Tagen folgen.

Zentrale Zielsetzung der Blockade ist die Beibehaltung des Ökopunktesystems einschließlich der Obergrenze von 1,61 Mio. Fahrten jährlich über den 31. 12. 2003 hinaus. Diese - oder eine andere gleichwertige Maßnahme - müsse so lange aufrecht bleiben, bis das Ziel des Transitvertrages einer "nachhaltigen und dauerhaften Schadstoffsenkung um 60 Prozent"erreicht ist, sagte Gurgiser.

Ohne mengenmäßiger Begrenzung drohe eine Verdoppelung der Zahl der Transitlaster, meint Gurgiser und spricht von einer "Verteidigung des Lebens- und Wirtschaftsraumes" im Inntal. Grenzwertüberschreitungen bei den Luftschadstoffen würden bereits jetzt Betriebsansiedlungen gefährden. Obwohl die Bundesregierung die Lkw-Obergrenze "freiwillig aufgegeben" hätte, sei in den Verhandlungen mit der EU noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Unterstützt wird die Blockade von Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser: "30 Jahre Transitlüge" seien genug. Die Bürger müssten etwas tun, weil in der "Politik nur Pappkameraden und keine Mander" agieren würden. Dinkhauser spricht von einer "Verpflichtung gegenüber den Kindern" und verweist auf Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und Schadstoffen aus dem Verkehr nachweisen würden.

Im Vorjahr ist der Güterverkehr über die Alpen um 3,2 Prozent auf 137 Mio. Tonnen gewachsen. Während in der Schweiz auch nach Öffnung des 40-Tonnen-Limits 70 Prozent über die Schiene abgewickelt werden, liegt deren Anteil in Österreich bei einem Viertel. Vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr 2002 weisen beim Straßentransit durch Österreich einen rund 20-prozentigen Zuwachs aus. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.10.2002)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.