Microsoft geht gegen MOD-Chip-Anbieter vor

4. Oktober 2002, 12:34
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Bestell-Webseite für XBox Modifikationen in Hongkong seit zwei Wochen offline

Der Softwarekonzern Microsoft will rechtlich gegen den weltweit größten Anbieter von MOD-Chips für die Spielekonsole Xbox vorgehen. Der in Hongkong ansässige Lik Sang vertrieb über seine Webseite die Bausteine, mit denen die Sicherheits-Funktionen der Geräte außer Kraft gesetzt werden können. Die Seite ist mittlerweile seit zwei Wochen mit einem Hinweis auf Server-Probleme offline, was sich die australische Niederlassung des Redmonder Konzerns als Erfolg auf die Fahnen schreibt, berichtete das US-Onlinemagazin "CNet".

Umgehen

Mit den Mod-Chips ist es möglich, einige herstellerseitige Beschränkungen zu umgehen: importierte Spiele sowie legale und illegale Spielekopien werden spielbar, neben DVDs können auch Video-CDs und CD-ROMs mit DIVX Filmen abgespielt werden. Die Xbox wird unter dem Produktionspreis verkauft und soll über die Spielverkäufe Gewinn bringen. Diese Einnahmen sieht Microsoft in Gefahr, wenn die Käufer zu wenig Spiele kaufen. Neben Raubkopien wird darum auch alternative Software ungern auf den Konsolen gesehen.

Grauzone

Die Hersteller der MOD-Chips bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Nur durch Einsatz der Chips ist es möglich, die in den meisten Ländern genehmigte Verwendung einer privaten Sicherheitskopie einer Software auch zu nutzen. In der Realität dienen sie jedoch vor allem dem Betrieb illegal vervielfältigter Programme. Da die rechtliche Seite bisher nicht geklärt ist, bemüht sich Microsoft auch auf direktem Weg die Nutzung der Chips zu verhindern. Vor kurzem modifizierte der Konzern seine Geräte dahingehend, dass die Bausteine vom System erkannt und wirkungslos gemacht werden. (pte)

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