Südtirols öffentlich-rechtlicher Rundfunk von Kürzungen betroffen

4. Oktober 2002, 12:31
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Redaktion fürchtet um Autonomie und Fortbestand des RAI-Senders Bozen

Die Mitarbeiter der RAI Bozen warnen in einem offenen Brief an Südtirols Politiker und an die RAI-Spitze vor einer schleichenden Auszehrung ihres Senders. Durch Kürzungen bei Personal und Technik sehen die deutschsprachigen Redakteure die Qualität ihrer Arbeit bedroht.

Der RAI-Sender Bozen, eine Errungenschaft der Südtiroler Autonomie, sei durch Einsparungen bei Personal, Technik und Programmen gefährdet, hieß es bei einer Pressekonferenz am Freitag in Boznen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk würde ohne die entsprechenden Mittel seinen Informations- und Kulturauftrag immer weniger erfüllen können, hieß es.

Keine Nachbesetzungen

Das Redaktionskomitee sieht die Einhaltung der Konvention zwischen Ministerrat und RAI gefährdet. Noch würde die jüngste Umfrage des Landesstatistikamtes ASTAT dem Sender Bozen eine außerordentlich hohe Akzeptanz bestätigen, doch würde diese durch Einsparungen bei Personal, Technik und Programmen zunehmend gefährdet. Seit Ende 1999 würden ausscheidende Redakteure nicht mehr ersetzt. Ebensowenig würden in der Technik frei werdende Stellen nachbesetzt.

"Qualität des Produktes bedroht"

"Der Mangel an Personal wird nicht durch eine moderne technische Ausstattung oder eine flexiblere Struktur wettgemacht", lautete ein Kritikpunkt. Durch die Einsparungen sahen die Redakteure vor allem die Qualität ihres Produktes bedroht. Hörer würden ein Recht auf eine umfassende, seriöse, ausgewogene, unabhängige und kritische Berichterstattung haben.

Der RAI-Sender Bozen strahlt derzeit ein Hörfunk-Vollprogramm aus. Im Fernsehen des RAI-Senders Bozen wurden im vergangenen Jahr mehr als 280 Stunden produziert, die Tagesschau, die zwei wöchentlichen Rubriken "Pro und contra" und "Sport aktuell" sowie einmal monatlich "Am runden Tisch". (APA)

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