Wargames als neues Betätigungsfeld für Militärberater

4. Oktober 2002, 10:02
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Reality Check steigert Qualität des Spiels

Die Produzenten umstrittener aber höchst populärer Wargames leisten sich immer öfter einen Militärberater, wie es auch bei diversen Hollywood-Produktionen üblich ist. Eine Steigerung der Spielqualität ist inzwischen mit einer verfeinerten Technologie nur noch begrenzt zu erreichen. Entscheidend für die Fans ist vielmehr eine authentische Atmosphäre und ein realistisches Umfeld, berichtet die New York Times (NYT). Um das zu erreichen, werden zumindest in den USA Militärveteranen als Berater herangezogen, die dann oft auch die Hauptfigur des Spiels geben.

Innovationen

"Vor zwei, drei Jahren sind wir an dem Punkt angelangt, an dem wir nicht mehr viel Nutzen aus besseren Effekten holen konnten", erklärt Jamie Leece, Präsident der Softwarefirma Gotham Games. Das in dieser Woche veröffentlichte Konsolenspiel "Conflict: Desert Storm" hat als Ziel die Einnahme einer Wüstenfestung sowie die Eliminierung des Schurken General Aziz. Damit das Spiel bei einem immer anspruchsvolleren Publikum punkten kann, zählt vor allem das Spielgefühl. Da kommt es dann darauf an, wie eine Figur die Waffe hält, wie die einzelnen Soldaten interagieren oder sich verhalten, wenn sie angegriffen werden. Genau hier kommen Militärberater im wahrsten Sinn des Wortes ins Spiel.

Veteranen

Im Fall von Gotham Games ist das der Auftritt von Cameron Spence, einem Veteranen der britischen Spezialeinheit SAS ("Special Air Service"). Sein Buch "Sabre Squadron" über die sechs Wochen, die seine Einheit im Golfkrieg 1991 hinter feindlichen Linien verbrachte, war ein Bestseller. Deutlichster Einfluss der Militärberater ist laut NYT das Verschwinden der Ein-Mann-Kampfmaschinen a la Rambo, die alleine ganze Bataillone aufmischen. In den neuen Spielen ist Teamarbeit gefragt. Die steigende Beliebtheit der Wargames sehen viele darin begründet, dass viele die "Bad Guys" besiegt sehen wollen, so die NYT. Bei "Conflict: Desert Storm" kann man sogar Geschichte neu schreiben und ausbügeln, worauf George W. Bush`s Daddy vor über zehn Jahren verzichtet hat: nach Bagdad weiter marschieren. (pte)

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