Uganda: Armee bringt 400.000 Zivilisten zum Schutz in Militärlager

8. Oktober 2002, 10:25
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Großoffensive von Regierungssoldaten gegen Rebellen geplant

Kampala - 400.000 Zivilisten im Norden Ugandas sind von der Armee des ostafrikanischen Landes zur Umsiedlung in bewachte Lager aufgefordert worden. Wie ein Armeesprecher am Dienstag in der Hauptstadt Kampala bestätigte, sollten die Dorfbewohner vor einer Großoffensive von Regierungssoldaten gegen Rebellen der so genannten "Widerstandsarmee des Herrn" (LRA) in Sicherheit gebracht werden. Bereits am vergangenen Donnerstag waren 100.000 Menschen zum vorübergehenden Umzug in Militärcamps aufgefordert worden.

Die Armee habe in der Region 14.000 Soldaten stationiert, um das Ende einer Großoffensive einzuleiten, sagte Militärsprecher Shaban Bantariza. Die LRA bekämpft unter Leitung ihres selbst ernannten Propheten Joseph Kony vom Norden Ugandas und Südsudan aus seit 15 Jahren die ugandische Regierung von Präsident Yoweri Museveni. Die Guerillas ziehen mordend und marodierend durch die Dörfer.

Im Mai begann die ugandische Regierungsarmee mit Zustimmung sudanesischer Behörden mit einer Offensive im Süden des Nachbarlands. Viele der von dort operierenden Rebellen kehrten daraufhin nach Norduganda zurück und terrorisieren die Bevölkerung. In mehreren von der Armee bewachten Lagern für Vertriebene leben bereits eine halbe Million Menschen.(APA/dpa)

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