UNO-Beauftragte verurteilt willkürliche Hinrichtungen in Honduras

4. Oktober 2002, 09:05
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Seit 1998 über 1.000 in Armut lebende Kinder und Jugendliche von Polizei getötet

Tegucigalpa - Die Vereinten Nationen haben die große Zahl von Hinrichtungen durch Polizisten in Honduras verurteilt. Der Staat müsse dieser Praxis ein Ende setzen, sagte die UNO-Beauftragte für Hinrichtungen ohne Gerichtsurteil, Asma Jahangir, bei der Vorstellung eines entsprechenden Berichts am Dienstag (Ortszeit) in Tegucigalpa. Nach Angaben des Vereins "Casa Alianza" wurden zwischen Januar 1998 und August 2002 1.343 in Armut lebende Kinder und Jugendliche durch Polizisten getötet.

Untersuchungen

Jahangir hatte im vergangenen Jahr zehn Tage lang Untersuchungen in Honduras durchgeführt und unter anderem mit Familien von Opfern gesprochen. Demnach wurde ein 17-Jähriger von einem Polizisten ins Bein geschossen und daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert. Kurze Zeit später informierten die Beamten die Eltern des Jungendlichen über dessen Tod.

In dem mittelamerikanischen Land gibt es keine offizielle Statistik über Gewalttaten. Vor allem der Alltag in der Hauptstadt Tegucigalpa ist von Gewalt geprägt. Obdachlose Jugendliche liefern sich Bandenkriege und leben von Drogenhandel und Prostitution. Zahlreiche Menschen leben in Honduras seit den Verwüstungen durch den Hurrikan Mitch 1998 in Armut.(APA)

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