Aktienmärkte übertreiben nach unten

7. Oktober 2002, 16:31
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"Der aktuelle Pessimismus ist übertrieben", betont Rupert Carnegie, Research Director bei Henderson

In einem realistischen Szenario für die nächsten Jahre kann man ca. 6-7 Prozent Ertrag bei US Aktien erwarten. Immobilien könnten sieben bis acht Prozent Ertrag abwerfen. Aktuelles Marktumfeld - high risk

Rupert Carnegie, Director of Research and Strategy bei Henderson: "Ohne Zweifel leben wir Investoren heute in einem hochriskanten Umfeld. Die Konjunkturschwäche, Unternehmensergebnisse und die Gefahr eines Krieges im Nahen Osten sind Risiken, die man nicht einfach ignorieren kann. Klar ist jedoch, daß der aktuelle Pessimismus eindeutig überzogen ist."

Aktienmärkte: Wo geht die Reise hin?

Im Vergleich zu Anleihenrenditen ist der breite amerikanische Aktienmarkt heute sehr attraktiv bewertet. Das Sentiment ist jedoch negativ. In Europa gab es auch starken Abgabedruck der institutionellen Investoren. Realistisch ist das Testen der alten Tiefststände und eine danach folgende Erholung.

Deflation sollte kein Problem sein

Eines der größten Angstgespenster der Aktienmärkte ist u. a. die Deflation, d. h. ein Prozeß sinkender Preise für Güter und Dienstleistungen. Richtig ist, daß Preise für Güter in den USA tatsächlich gefallen sind. Diese machen jedoch nur ca. 15 % der amerikanischen Wirtschaft aus. Billige Importe aus China können hier keine großen Effekte auf die Gesamtwirtschaft auslösen. 55 % der US Wirtschaft macht jedoch die Dienstleistungsbranche aus. Und hier sehen wir stabile Preise. Vor allem im Gesundheitsbereich können Preise nicht leicht verändert werden. Somit ist ein Deflationsszenario äußerst fraglich.

Niedrige Zinsen in den USA stützen den Konsum

Carnegie: "Vor allem die günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten für Hypothekardarlehen in den USA resultieren in realen Einkommenssteigerungen der privaten Haushalte. Teilweise dauert es bereits 2-3 Monate bis Anträge zur Umschuldung privater Immobilienfinanzierungen bearbeitet werden.

Erwartungen für Aktienmärkte

Henderson präsentierte drei unterschiedliche Szenarien zur weiteren Wirtschafts- und Marktentwicklung. Neben einem äußerst pessimistischen "Weltuntergangs-Szenario" (günstige Veranlagung: Anleihen) und einem absolut euphorischen Szenario (günstige Veranlagung: Aktien) wurde auch ein in den Augen vieler Analysten realistisches Szenario mit 6-7 Prozent p. a. Ertrag bei US Aktien in den nächsten 10 Jahren. Immobilien liegen in den Prognosen hingegen bei 7-8 Prozent p. a.

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