EU-Verteidigungsminister in Irak-Frage weiter uneins

4. Oktober 2002, 13:47
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Scheibner bei Tagung auf Kreta für Ausschöpfen aller Möglichkeiten zur Verhinderung eines Angriffs

Rethymnon - Die EU-Verteidigungsminister haben zu Beginn ihres informellen Treffens auf Kreta am Freitag ihre gegensätzlichen Positionen in der Irak-Frage betont. Der österreichische Verteidigungsminister Herbert Schreibner forderte bei dem Treffen, alle Möglichkeiten auzuschöpfen, um Angriffe zu verhindern. Der belgische Verteidigungsminister Andre Flahaut sagte, sein Land unterstütze eine Militäraktion gegen Irak nur im Rahmen der UNO.

Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck sagte, alle EU-Länder seien sich einig, dass der irakische Staatschef Saddam Hussein eine Bedrohung sei. Es gebe aber unterschiedliche Auffassungen darüber, wie darauf reagiert werden solle. Deutschland befürworte die Entsendung von Waffeninspektoren als nächsten Schritt, andere Regierungen setzten auf eine Militäraktion, sagte Struck vermutlich mit Blick auf die britische Position.

Die EU-Verteidigungsminister sind in Rethymnon auf Kreta zusammen gekommen, um über den Ausbau der Verteidigungsfähigkeit der EU zu beraten. Die Möglichkeit eines Angriffs auf Irak stand nicht offiziell auf der Tagesordnung.(APA)

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