El Kaida soll drei Anschläge gegen USA geplant haben

4. Oktober 2002, 14:46
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Terrorexperte: "US-Taliban" Lindh sprach von zwei weiteren Attentaten nach dem 11. September - US-Behörden skeptisch

Washington - Die Terrororganisation El Kaida soll neben den Anschlägen vom 11. September zwei weitere große Attentate gegen die USA geplant haben. Das hätten der US-Bürger John Walker Lindh, der bei den Taliban in Afghanistan diente, sowie andere Taliban-Gefangene ausgesagt, berichten US-Medien. Die Behörden zeigen sich allerdings skeptisch ob die Angaben der Wahrheit entsprechen, da die Betreffenden keine führende Stellung in der El Kaida bzw. bei den Taliban inne hatten.

Möglicherweise Anschläge mit Biowaffen oder "schmutziger Bombe"

Lindh habe ihm davon bei einem Gespräch im Gefängnis in den USA erzählt, sagte der Anti-Terror-Experte Rohan Gunaratna, der mit Lindhs Anwälten zusammengearbeitet hatte. Der heute 21-jährige Kalifornier habe während seiner Zeit bei den Taliban in Afghanistan gehört, dass zwei weitere Angriffe gegen die USA stattfinden sollen. Diese würden so stark sein, dass die Amerikaner den 11. September vergessen. Daher könnte es sich um einen geplanten Angriff mit Bio-Waffen oder einer "schmutzigen Atombombe" handeln, vermutet Gunaratna.

Andere Guantanamo- Gefangene sprachen ebenfalls von weiteren Angriffen

Ein Vertreter der US-Behörden erklärte dazu, von weiteren geplanten Angriffen hätten auch Gefangene in Guantanamo bei Verhören erzählt. Die Behörden gingen allerdings nicht davon aus, dass diese Gerüchte einen wahren Hintergrund haben. Sie halten das Gerede eher für "Aufschneiderei" unter den einfachen Kämpfern.

Am Freitag wird das Strafmaß für John Walker Lindh verkündet

Am Freitag wird das Strafmaß für den "amerikanischen Taliban" John Walker Lindh verkündet. Gemäß einer Vereinbarung zwischen Anklage und Verteidigung soll der 21-Jährige vermutlich zu 20 Jahren Haft verurteilt werden. Lindh hatte in Afghanistan in einer Einheit der Taliban gedient. Im Gerichtsverfahren hatte er ein Geständnis abgelegt und Kooperation mit den US-Behörden zugesagt.(APA)

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