Brit-Pop vor dem Stephansdom ... hausgemacht

4. Oktober 2002, 17:59
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Die Wiener Band O5 und eine Demonstration der besonderen Art

Für Pop ist Österreich kein gutes Pflaster, war es eigentlich nie. Die Hitparade tanzt den Kommerz-Beat, das unabhängigkeitsliebende Publikum bevorzugt Rockiges oder die "Wiener Schule" der - nicht mehr ganz so - Neuen Elektronischen Musik. Und trotzdem gibt es einige, die eisern am P!O!P! festhalten. The O5 gehören dazu.

Wenn also Freitag Abend, so gegen fünf in etwa, am Wiener Stock-im-Eisen-Platz gegenüber dem Stephansdom ein paar junge Männer plötzlich Gitarren und Bassverstärker auspacken und anfangen zu spielen - dann darf man das durchaus als kleines Manifestatiönchen gegen die Ignoranz der heimischen Musikindustrie werten. Wird sie's hören? U2 legten mit ihrem legendären Auftritt auf dem Dach eines Liquor Stores einst den Verkehr von Los Angeles lahm - mal sehen, was O5 zwischen japanischen Touristen und zettelverteilenden Mozärten ausrichten werden.

Abends folgt dieser "Demo" der offizielle Teil: O5 stellen ihre neue CD "Pretty Nonsense" im Flex vor. Darauf enthalten auch "Lovebells", die britannisierte und überaus erfreuliche Version von Marianne Mendts "Glockn" (jenem Lied, mit dem einstmals der "Austropop" offiziell begann - und besser auch gleich wieder geendet hätte, denn so gut sollte er nie mehr wieder werden ...). - All we are saying: please give pop a chance ... (Josefson)

The O5, live im Wiener Flex: Freitag, 4. 10., ab 23 Uhr.
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    foto: the o5
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