Wien kürzt Frauenanteil im Beschäftigungspaket

3. Oktober 2002, 19:59
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Grüne fordern Sofortprogramm bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen

Wien - "Die Arbeitsmarktsituation in Wien ist weiterhin äußerst besorgniserregend", kommentiert Monika Vana, Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Wiener Grünen, die aktuellen Arbeitsmarktdaten für Wien. Besonders empört Vana der jüngste Beschluss der Stadtregierung, den Frauenanteil im Territorialen Beschäftigungspakt für Wien zu kürzen. "Das ist für uns Grüne untragbar. Wir haben im Stadtsenat gegen den Territorialen Beschäftigungspakt gestimmt, weil wir es leid sind, die Lippenbekenntnisse der SPÖ in Sachen Frauenarbeitslosigkeit mitzutragen. Tatsächlich wird Arbeitsmarktpolitik nicht nur im Bund sondern auch in Wien auf dem Rücken der Frauen gemacht." Die Grünen fordern deshalb ein arbeitsmarktpolitisches Sofortprogramm für Wien unter besonderer Berücksichtigung von Frauen und Wiedereinsteigerinnen und 60 % Frauenanteil bei allen Maßnahmen des Territorialen Beschäftigungspakts neben der Erhöhung der finanziellen Mittel des WAFF, Recht auf Ausbildung junger Menschen und Bindung der Wiener Wirtschaftsförderung an beschäftigungspolitische Kriterien.

SP-Ludwig kontert

"Sehr verwundert" zeigte sich daraufhin die Frauensprecherin der SPÖ Wien, LAbg. Martina Ludwig: "Wien habe mit 72% gegenüber Restösterreich mit 53% die höchste Frauenerwerbsquote in Österreich", stellte Ludwig klar. Dies liege vor allem an der seit Jahren von der Wiener Stadtregierung betriebenen Arbeitsmarktpolitik im Interesse der Frauen. Es sei allerdings ein Faktum, dass diese Politik durch die wienfeindliche schwarzblaue Bundesregierung erschwert werde. Auch werde in der Stadt Wien alles getan, die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine weitere Erhöhung der Frauenerwerbsquote auszubauen. "Wien weist die größte Dichte an Kinderbetreuungseinrichtungen auf", so Ludwig weiter, was wesentlich zur Erleichterung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitrage. Die Grünen sollten vor diesen Tatsachen nicht die Augen verschließen, und trotz Wahlkampf bei der Wahrheit bleiben, so Ludwig abschließend. (red)

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