Prävention schon im Kindergarten

3. Oktober 2002, 19:44
posten

Abkehr von einer "Politik der Drogenprävention hin zur Suchtprävention soll Öffentlichkeit sachlich über Gefahren informieren

Linz - Suchtprävention schon im Kindergartenalter und die Abkehr von einer "Politik der Drogenprävention hin zur Suchtprävention" sind Forderungen, die im Rahmen einer Tagung des "Instituts Suchtprävention" am Donnerstag in Linz erhoben wurden.

Für den deutschen Universitätsprofessor Klaus Hurrelmann etwa ist klar, dass legale Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamente stärker beachtet, im Gegenzug heute illegale Drogen kontrolliert verabreicht werden müssen. "Es ist notwendig, die Öffentlichkeit sachlich über Gefahren, aber auch mögliche subjektive Vorzüge der Substanzen zu informieren."

Denn eine drogenfreie Gesellschaft werde es nie geben, ist sich der Professor sicher. Um zu verhindern, dass aus "Probierern" Süchtige werden, muss daher mehr für die Suchtprävention getan werden, sind sich die Fachleute einig. So ist Hurrelmann überzeugt, dass bereits im Kindergarten mit Aufklärung begonnen werden muss.

Alfred Uhl vom Wiener Anton-Proksch-Institut ist der Meinung, dass Gründe für Drogenkonsum ausgeschaltet werden müssen. Er fordert mehr Psychotherapieplätze auf Krankenschein, da unbehandelte psychische Störungen oft erst der Auslöser für Drogenkonsum sind. Auch für ihn ist die Problematik legaler Drogen derzeit unterbewertet, sind doch fünf Prozent der Österreicher von Alkoholmissbrauch betroffen, aber nur 0,4 Prozent von illegalen Substanzen abhängig. (moe., DER STANDARD Printausgabe 4.10.2002)

Share if you care.