Heer: Roter Brigadier macht doch Karriere

3. Oktober 2002, 18:50
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Entacher Kommandant der Landstreitkräfte

Wien - Donnerstagmittag hat Verteidigungsminister Herbert Scheibner bekanntgegeben, dass Brigadier Edmund Entacher, einer der wenigen SPÖ-nahen Offiziere, mit dem neu geschaffenen Kommando Landstreitkräfte betraut wird. Für diesen Posten habe es "aus allen möglichen Richtungen Interventionen gegeben", bestätigte Scheibner dem STANDARD. Erwartungsgemäß übernimmt Brigadier Erich Wolf die Luftstreitkräfte.

Der Minister sagte, dass er sich mit den Bestellungen - sie sind an den Zeitplan der neuen Spitzengliederung, die mit 1. Dezember in Kraft tritt gebunden - "wenig Freunde macht, auch in den eigenen Reihen". Gerade für das Kommando Landstreitkräfte (das künftig die Korpskommanden I und II, die Truppe des Militärkommando Wien und das Heeresfernmelderegiment zusammenfasst) hatte sich auch Scheibners früherer Kabinettschef Wolfgang Jilke beworben. Auch der von der ÖVP favorisierte niederösterreichische Militärkommandant Johann Culik wurde übergangen - wobei Scheibner dessen Verdienste lobte und ihm noch "den einen oder anderen Karriereschritt" vorhersagte.

Ein anderer "schwarzer" Offizier kann dafür definitiv das Militärkommando Vorarlberg übernehmen: Oberst Gottfried Schröckenfuchs, der das Kommando interimistisch geleitet hatte, wird definitiv bestellt. Das ist insoferne ein Bruch mit der Tradition, als Schröckenfuchs ein Truppenoffizier ohne Generalstabsausbildung ist - was als Signal an Truppenoffiziere gewertet wird. Dass Schröckenfuchs gleichzeitig ÖVP-Landespolitiker ist, habe dagegen "überhaupt keine Rolle gespielt", sagte Scheibner. (Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 4.10.2002)

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