Mönchsberg-Museum: Seipel ziert sich

3. Oktober 2002, 19:48
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Sein KHM-Vertrag wurde bis 2009 verlängert

Wien - Wilfried Seipel ist seit 1990 Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM). Und bleibt es: Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) hat seinen Vertrag ein weiteres Mal verlängert. Um fünf Jahre bis 2009. Schließlich heißt es im Bundesmuseen-Gesetz, an dem Seipel maßgeblich mitgearbeitet hatte: "Wiederbestellungen sind möglich." Die Vertragsverlängerung wurde, wie der STANDARD recherchierte, bereits vor einem Jahr unterzeichnet. Dies bestätigte Gehrers Pressesprecherin.

Sein Interesse, das Betätigungsfeld nach Salzburg auszuweiten, dürfte Seipel mittlerweile aber verloren haben. Denn am Juni waren die potenziellen Betreiber des geplanten Museums im Mönchs-berg (MiM) - das KHM, Guggenheim New York und die Eremitage St. Petersburg - gebeten worden, "eine schriftliche Kooperationsvereinbarung abzuschließen" und bis August vorzulegen. Sie ist aber bisher nicht eingelangt.

Gegenüber der APA meinte Wilfried Seipel, dass Landeshauptmann Franz Schausberger "schriftlich anfragen oder zumindest direkt mit dem KHM reden" müsse: "Passiert das nicht, dann kann Salzburg lange auf ein Konzept warten." Denn auf "Zurufe" über die Medien werde er, Seipel, nicht reagieren: "Ich bin verärgert."

Im Chiemseehof wurde die "Aussendung" (so Schausberger) amüsiert registriert. Denn zu dem Gespräch im Juni hatte Seipel zwei Mitarbeiter entsandt. Zudem habe man dem KHM-Chef das Protokoll zugesandt. Ein "neues Konzept" sei nie zur Debatte gestanden.

Seipel verärgerte, dass man sein Konzept extern überprüfen ließ. Und der Wirtschaftsprüfer schenkte dem genannten Subventionsbedarf keinen Glauben: Dieser liege rund doppelt so hoch. Seipel meinte nun, man möge seine Berechnungen ernst nehmen. "Schließlich leite ich eines der größten Museen der Welt."

(Thomas Trenkler/DER STANDARD, Printausgabe, 4.10.2002)
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