'steirischer herbst' bis zu den Wahlen

4. Oktober 2002, 18:45
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Präsentation des endgültigen Programms: "Latente Utopien", Jelineks "Tod und das Mädchen I-III", Neuwirths "Lost Highway"

Wien - Die erste Premiere des steirische herbstes 2002, Elfriede Jelineks "Prinzessinnendramen", findet am Nationalfeiertag statt, der Ausklang des diesjährigen Programms fällt am 24. November mit der Nationalratswahl zusammen.

"Letzteres konnten wir bei unserer Planung zwar noch nicht wissen", meinte "herbst"-Intendant Peter Oswald am Donnerstag bei der Präsentation des endgültigen Programms in Wien, "aber diese Koinzidenzen sind uns hochwillkommen." Der steirische herbst habe sich immer auch mit der politischen Situation auseinander gesetzt.

Architektur

2002 will man sich "dem Fremden" widmen, das immer auch auf verborgene, verdrängte Aspekte des eigenen Ichs verweise. Die Eröffnungsrede hält am 24. Oktober im Schauspielhaus der Coop Himmelb(l)au-Architekt Wolf D. Prix. Coop Himmelb(l)au ist auch bei der von Zaha Hadid und Patrik Schumacher kuratierten großen Architektur-Ausstellung "Latente Utopien - Experimente der Gegenwartsarchitektur" im Landesmuseum Joanneum (Eröffnung: 25.10.) vertreten.

"Das Projekt hat sich von den großen Namen der heute 70-Jährigen hin zur Generation der 30- bis 50-Jährigen gewandelt", schilderte Oswald, "Historischer Bezugspunkt ist dabei die große Dekonstruktivismus-Schau von 1988." Gezeigt werden u.a. Projekte von Asymptote, Greg Lynn, Zaha Hadid, NOX und den jungen österreichischen Gruppen propeller z und the next ENTERprise. Vor der Eröffnung der Ausstellung wird unter dem Titel "space condition" an der Technischen Universität Graz ein Internationales Architektursymposion abgehalten.

Theater

Das Theaterprogramm startet am 26. Oktober mit der Österreichischen Erstaufführung von Jelineks "Tod und das Mädchen I-III" im Schauspielhaus. Diese drei "Prinzessinnendramen" werden vier Tage zuvor im Hamburg uraufgeführt. In Graz übernehmen Brigitte Landes, Marc von Henning und Ruedi Häusermann die Regie je eines Teiles. "Es gibt so viele Zugänge zu den Texten Elfriede Jelineks", meinte Chefdramaturg Wolfgang Reiter, jede der drei Inszenierungen würde einen anderen Aspekt besonders hervorheben - etwa Sprache, Musik oder Medien. "Derzeit proben alle drei gleichzeitig, und es ist sehr spannend, von einer Probe zur anderen zu gehen", so Reiter. Außerdem gibt es ab 27.10. die Neufassung der Uraufführung von Josef Winklers "Tintentod" und die Uraufführungs-Produktion von Kathrin Rögglas "Fake Reports". Diese Koproduktion mit dem Volkstheater wird zuvor in Wien zu sehen sein.

Musiktheater

Vier ambitionierte Projekte des modernen Musiktheaters wurden für 2002 und 2003 angekündigt. Begonnen wird am 7.11. mit "Macbeth" von Salvatore Sciarrino im Schauspielhaus (Regie und Bühne: Achim Freyer, Dirigent: Sylvain Cambreling). Am 9.1. eröffnet die szenische Version des bereits konzertant beim herbst präsentierten Beat Furrer-Werks "Begehren" die multifunktionale Helmut-List-Halle, die der herbst zehn Jahre lang betreiben und auch anderen Veranstaltern wie etwa der styriarte zur Verfügung stellen wird. Dort werden am 4.10.2003 das "Theater der Wiederholungen" von Bernhard Lang (eine Koproduktion mit der Ruhr-Triennale) und am 1.11. "Lost Highway" von Olga Neuwirth (Regie: Falk Richter) zur Uraufführung gelangen. "Neuwirth hat sich die Rechte für einen der faszinierendsten Filme der Gegenwart gesichert und gemeinsam mit Elfriede Jelinek und David Lynch das Libretto erstellt", erzählte Oswald, der von der musikalischen Qualität aller vier Projekte in den höchsten Tönen zu schwärmen wusste.

Zahlreiche Ausstellungen, darunter "Enactments of the Self", kuratiert von Maia Damianovic, und ein Literaturprojekt ergänzen das Programm. (APA)

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    'Aegis Hypo-Surface' von 'dECOi architects' - Teil der Ausstellung 'Latente Utopien'

    latentutopias.at

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