Blix hofft auf baldige Rückkehr von Inspektoren in den Irak

3. Oktober 2002, 21:40
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Chefinspekteur: Entscheidung über Modus und Zeitpunkt liegt aber bei Sicherheitsrat

New York - Der oberste UNO-Waffeninspekteur Hans Blix hat nach der Unterrichtung des Weltsicherheitsrats bekräftigt, nur die Mitglieder des UNO-Gremiums könnten über die Entsendung der Kontrolleure in den Irak entscheiden. Er hoffe, dies führe nicht "zu einer langen Verzögerung", sagte Blix nach einem dreistündigen Treffen hinter verschlossenen Türen. Seine Kontrolleure seien jederzeit bereit. Damit rückte der Chef der UNO-Überwachungs-, Verifikations- und Inspektionskommission (UNMOVIC) offenbar von seinem bisherigen Zeitplan ab, der die Entsendung eines Vorausteams schon binnen zwei Wochen vorsah. Die USA und Großbritannien wollen vorher eine schärfere UNO-Resolution verabschieden. Blix hatte den Mitgliedern des Weltsicherheitsrats über seine Gespräche mit irakischen Vertretern in Wien berichtet.

Blix und der Leiter der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohamed El Baradei, berichteten von ihrer am Dienstag erzielten Einigung mit Vertretern aus Bagdad über die Regeln für neue Waffenkontrollen im Irak. Vor Beginn der Unterrichtung hatte auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan betont, es liege beim UNO-Sicherheitsrat, über die nächsten Schritte zu entscheiden. Mit Blick auf die von den USA und Großbritannien geforderte verschärfte Resolution sagte Annan, der Rat werde über die Notwendigkeit engerer Regeln für die Waffenkontrollen beraten, "sodass sich gewisse Schwächen aus der Vergangenheit nicht wiederholen".

Die USA und Großbritannien beharrten trotz der Einigung auf einer verschärften UNO-Resolution, die unter anderem den bedingungslosen Zugang zu den Palästen Saddam Husseins verlangt. In diesem Punkt hatten die UNO und der Irak eine Sonderregelung getroffen, die das Inspektionsrecht der UNO einschränkt.(APA)

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